Der Krieg, den der russische Präsident Wladimir Putin gegen die Ukraine führt, hat in der ganzen Welt Betroffenheit ausgelöst. Auch, weil es sehr viele Ukrainer gibt, die in vielen anderen Ländern leben. Allein in der Stadt Heidenheim leben 70 Menschen mit ukrainischem Pass, im Landkreis sind es weit über 100.

Ständiger Kontakt mit Angehörigen

Die meisten von ihnen haben noch Angehörige in der Ukraine und verfolgen umso verzweifelter mit, was in ihrem Heimatland geschieht. Eine von ihnen ist Larissa Ulrich, die seit vielen Jahren mit ihrem Mann, der den gleichnamigen Frisörsalon betreibt, in Heidenheim lebt. Sie steht in ständigem Kontakt mit ihren Eltern und anderen Verwandten, die sich nach wie vor in der Ukraine aufhalten. Aufgrund der dortigen Situation hat sie am vergangenen Wochenende beschlossen, selbst Hilfslieferungen zu organisieren.

Riesige Hilfsbereitschaft

„Zunächst wurde in den sozialen Netzwerken über private Kontakte um Spenden gebeten“, berichtet Jasmin Glänzel-Seibold, die sich an der Organisation der Hilfslieferung beteiligt. „Die Hilfsbereitschaft war riesengroß und dafür sind wir sehr dankbar.“ Innerhalb kurzer Zeit stapelten sich im Friseursalon in der Clichystraße die Waren, die Heidenheimer gespendet haben, um in der Ukraine zu helfen. Zahlreiche Freiwillige fanden sich, um die Sachspenden zu sichten, zu sortieren und neu zu verpacken.

Erster Transport am Dienstag

Am Dienstagabend machte sich dann der erste Hilfstransport, bestehend aus fünf Sprintern, auf den Weg von Heidenheim an die polnisch-ukrainische Grenze. Dort, so der Plan, sollen die Hilfsgüter von Menschen in Privatautos abgeholt werden und in eine ukrainische Kleinstadt gebracht werden. „Welche das ist, wollen wir aus Sicherheitsgründen nicht sagen, um niemanden dort zu gefährden“, sagt Glänzel-Seibold. Die gespendeten Medikamente und Verbandsmaterialien sollen in erster Linie ins örtliche Krankenhaus gebracht, die Lebensmittel an Privatleute verteilt werden.

Es werden noch Spenden benötigt

Der erste Transport soll jedoch keinesfalls der letzte gewesen sein. Denn schon Ende dieser Woche wollen Larissa Ulrich und ihr Helferteam einen weiteren Transport in Richtung Ukraine auf den Weg bringen. „Dafür brauchen wir natürlich noch Spenden“, so Glänzel-Seibold, betont jedoch, dass keine Kleider benötigt und angenommen werden. Was am meisten benötigt werde, seien lang haltbare Lebensmittel, etwa Konserven oder trockene Lebensmittel wie Nudeln, Reis und Mehl. Auch haltbare Babynahrung sei in der Ukraine Mangelware und werde dringend gebraucht.

Mangel an Medikamenten

Benötigt werden auch Medikamente, in erster Linie Schmerzmittel. Darüber hinaus auch Verbandsmaterial aller Art, in erster Linie Druckverbände für große Wunden, da es in der Stadt, in die die Hilfslieferungen gehen, schon zahlreiche Verletzte gebe, so Glänzel-Seibold. Auch wenn keine Kleidung benötigt werde: „Wir brauchen schwere, stabile Stiefel für Männer, die im Kampfeinsatz sind, mit Turnschuhen können die nichts anfangen.“

Abgabe bis Donnerstag

Wer die Hilfslieferung unterstützen möchte, hat noch bis Donnerstag, 3. März, um 18 Uhr Zeit, Hilfsgüter im Friseursalon Ulrich, Clichystraße 35, abzugeben. Außerdem nimmt auch die „Muscle Factory“, (Wilhelmstraße 34) Spenden entgegen. Kleider, Decken und Schuhe (mit Ausnahme von Männerstiefeln) können nicht angenommen werden, da andere Hilfsgüter dringender benötigt werden.

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Hartmann unterstützt im Krisengebiet


Die Paul Hartmann AG hat angekündigt, die Menschen in der Ukraine unterstützen zu wollen. Aktuell arbeiten bei Hartmann einer Mitteilung zufolge über 300 Menschen aus der Ukraine, die meisten in Tschechien. Sie alle seien in Sorge um ihre Familien und Freunde. Für sie werde ein Unterstützungspaket zusammengestellt, um geflüchteten Familienmitgliedern bestmöglich zu helfen.

Hartmann Polen sei im Austausch mit lokalen Regierungsvertretern, um bei der Hilfe für die hunderttausenden Flüchtlinge, die im Land ankommen, zu unterstützen. Der Bedarf sei groß und reiche von Produktspenden bis hin zu Unterkünften.
„Wir standen in den vergangenen Tagen zudem auch mit unterschiedlichen Hilfsorganisationen im Austausch. Eine Organisation, die im Bereich der medizinischen Not- und Katastrophenhilfe tätig ist, wird Hilfsgüter für Wundversorgung, Inkontinenz und Desinfektion in die Krisenregion bringen. Zusätzlich unterstützen wir mit Geldspenden“, heißt es in der Mitteilung.