Heidenheim / Günter Trittner Im künftigen Kreistag werden 19 neue Gesichter sein. Jetzt gab es Dankesworte für die Kreisräte, die ausscheiden und teilweise Jahrzehnte Politik für die Bewohner des Landkreises gemacht haben.

Heute erleben wir eine Zäsur in der Geschichte des Kreistags“, kommentierte Heidenheims Oberbürgermeister Bernhard Ilg die Tatsache, dass 19 Mitglieder des Kreistags aus diesem ausscheiden: „erfahrene und tatkräftige Mitglieder“.

In der Tat werden als Auswirkung der am 26. Mai abgehaltenen Kommunalwahl im künftigen Gremium rund 40 Prozent neue Gesichter vertreten sein. Als Vertreter des erkrankten Landrates Thomas Reinhardt durfte Ilg bei der letzten Sitzung des alten Kreistags aber nicht nur die Abschiedsreden für die 19 ausscheidenden Mitglieder halten, er konnte auch zahlreichen Kreisräten für deren Jahrzehnte währendes kommunalpolitisches Engagement danken.

Unter den ausscheidenden Mitgliedern sind etliche gestandene Kommunalpolitiker, die ihre Erfahrungen aus den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung und Soziales haben einfließen lassen.

Tief im Gemeindeleben verwurzelt

Nach 30 Jahren im Kreistag hat Willi Pfalz seinen Abschied eingereicht. Pfalz war fast 30 Jahre im Hauptberuf Verwaltungsstellenleiter in Bolheim gewesen und hier tief im Gemeindeleben verwurzelt. Für ihn hielt Ilg die Medaille in Silber des Landkreistags und die Ehrennadel des Landkreises in Gold parat.

Stimme mit Gewicht

Nach 25 Jahren verlässt Dr. Christoph Ströhle den Kreistag. Der Steinheimer Arzt hatte im Besonderen bei gesundheitspolitischen Fragen eine Stimme mit Gewicht. Ströhle hatte zudem maßgeblich die Einrichtung einer Notfallpraxis im Klinikum vorangetrieben. Für Ströhle gab es die Ehrennadel des Landkreises in Gold.

Zwei Stadtoberhäupter

Mit Roland Polaschek und Clemens Stahl verliert der Kreistag nach 20 Jahren zwei politische Schwergewichte. Polaschek, der in der vierten Amtszeit Bürgermeister von Gerstetten ist, war bisher Sprecher der Freien Wähler, Clemens Stahl, der frühere Oberbürgermeister von Giengen, leitete bisher die SPD-Fraktion. Die Finanzen des Landkreises und die Zukunft des Klinikums standen besonders im Augenmerk von Polaschek. Ilg bezeichnete ihn als „Mann der klaren Worte und Kämpfer“, der bei Bedarf Hartnäckigkeit beweisen konnte. Stahl hatte neben vielem anderen einen Schwerpunkt bei der Weiterentwicklung der Brenzbahn, beim Verkehr generell und der Tourismusförderung. „Sie haben immer sehr deutlich gemacht, wofür die SPD steht“, hob Ilg hervor. Für beide Kommunalpolitker gab es die Ehrennadel des Landkreises in Gold und die Bronze-Medaille des Landkreistags.

Ein Auge für Finanzen

Franz Heger wurde von Ilg nach 15 Jahren verabschiedet. Der frühere Bürgermeister von Giengen hatten als Kämmerer ein besonderes Auge für die Finanzen. „Das Finanzwesen ist Ihre große Liebe“, wusste Ilg. Heger erhielt die Ehrennadel des Landkreises in Silber. Birgit Koepsel (elf Jahre) und Ute Goppelt (13 Jahre) hatten sich im Besonderen um soziale und kulturelle Belange gekümmert.

Zehn Jahre im Kreistag waren Otto Flachmüller, Dr. UlrichGeyer, Ulrich Grath, Armin Leber und Peter Koptisch. Für fünf Jahre Engagement für die Sache des Landkreises dankte Bernhard Ilg den Kreisräten Olaf Bernauer, Susanne Dönninghaus, Bernd Hegele, Ulrich Knöller, Ellen Schönfelder und Hans Bosch.

Kreisräte mit jahrzehntelanger Erfahrung ausgezeichnet

Auch wenn es im künftigen, 46 Mitglieder zählenden, Kreistag 19 neue Gesichter gibt, so verbleiben andererseits auch Kreisräte mit einer jahrzehntelangen Erfahrung in den Belangen des Landkreises. Bei der jüngsten Sitzung des Kreistags zeichnete Heidenheims OB Bernhard Ilg Norbert Bereska, Werner Häcker, Walter Macher und Dieter Zeeb für ihr 20-jähriges Mitwirken aus, Bereska ist in der vierten Amtsperiode Bürgermeister von Nattheim – Mister Nattheim, wie Ilg meinte –, Häcker ist seit 20 Jahren Ortsvorsteher in Gussenstadt, Dieter Zeeb war rund 25 Jahre Kämmerer in Heidenheim und Walter Macher gehört in Königsbronn zu den Persönlichkeiten, welche der Kommunalpolitik ein Gesicht geben. Die Genannten erhielten die Medaille In Bronze des Landkreistags.

Seit 25 Jahren ist Rainer Gansloser im Kreistag. Der Hermaringer ist ein Pionier in der Biolandwirtschaft und in der Nutzung erneuerbarer Energien. Ein „Grüner“ der ersten Stunde, der, so Ilg,“bereit ist, für seine Ideale zu kämpfen, entschlossen und allen Skeptikern zum Trotz“.

Auf 35 Jahre Tätigkeit im Kreistag kann Michael Sautter zurückblicken. Aus dem Heidenheimer Gemeinderat hat sich das „Urgestein der Grünen“ zurückgezogen, im Kreistag will Sautter weiter mitmischen. „Durchaus beeindruckend ist die Tatkraft, die Sie in so vielen Jahrzehnten für Ihre Ziele aufgebracht haben“, meinte anerkennend OB Ilg.

Fast eine Stunde hatte Ilg Lob- und Abschiedsreden gehalten, da drehte Clemens Stahl den Spieß um. Denn auch der Heidenheimer Oberbürgermeister ist seit 25 Jahren Mitglied eines Kreistags, zehn Jahre in Göppingen, seit.15 Jahren in Heidenheim. „Sie haben in unserem Kreistag eine tragende Rolle eingenommen“, anerkannte Stahl und dabei „oft klare Kante und Rückgrat“ gezeigt. Als „verantwortlicher Spielmacher“ habe Ilg für eine gute Stadtentwicklung der Stadt Heidenheim gesorgt. Davon hätten auch der Landkreis und die gesamte Region profitiert. gt