Im Rahmen der Altmeisterfeier in der Hofschenke „Zum schwarzen Beck“ in Dettingen wurden seitens der Kreishandwerkerschaft neun Handwerksmeister mit dem „Goldenen Meisterbrief“ ausgezeichnet. Kreishandwerksmeister Robert Smejkal die Lebensleistung aller Altmeisterinnen und Altmeister. Trotz aller Widrigkeiten sei es gelungen in jahrzehntelanger harter Arbeit die Betriebe aufzubauen, Menschen zu beschäftigten und der Gesellschaft das handwerkliche Können in den Dienst zu stellen.

Stolze Lebensleistung

Dazu wären Beharrlichkeit, Ausdauer, Besonnenheit und Flexibilität nötig gewesen. „Diese Fähigkeit mit widrigen Umständen fertig zu werden, nennt man Resilienz“, so Smejkal. Das habe letztlich dazu geführt, dass es nun im Landkreis Heidenheim fast 1500 Betriebe mit 10.000 Beschäftigten gäbe, die einen Gesamtumsatz von 1,5 Milliarden Euro erwirtschafteten.

Schwierige Situation

In seinem Grußwort ging Landtagsabgeordneter Martin Grath auf die schwierige Situation im Handwerk ein. „Die aktuelle Krisensituation trifft die vielen kleinen und mittleren Handwerksbetriebe besonders hart.“ Die immer höheren Energie- und Rohstoffkosten sowie der Fachkräftemangel bedrohe ihre Existenz. Er kämpfe für ein Nothilfeprogramm des Landes für energieintensive Betriebe wie zum Beispiel Bäckereien. Zudem solle das Land bei Härtefällen intervenieren. Hinsichtlich des Fachkräftemangels sollten Eltern und Schullehrer besser über die Berufschancen im Handwerk informiert sein. 80 Prozent der Berufsentscheidungen würden von den Eltern beeinflusst.

Zur Verleihung der Goldenen Meisterbriefe war der Präsident der Handwerkskammer Ulm, Joachim Krimmer, angereist. Auch er ging auf das Thema Energie ein: „Im Durchschnitt sind die Energiekosten um fast 60 Prozent angestiegen.“ Bei einer Metzgerei sei die monatliche Abschlagszahlung für Strom von 3100 Euro auf 10.020 Euro gestiegen. Um das auszugleichen müsse nun zwischen 300 und 500 Kilogramm Wurst verkauft werden. Spätestens seit Corona wisse jeder im Land, dass das Handwerk systemrelevant sei. Die politischen Klimaziele ließen sich ohne das Handwerk niemals erreichen. Das hätten auch knapp 200 neue Handwerks-Azubis im Kreis Heidenheim erkannt.

Handwerker mit Abitur

Knapp jeder fünfte davon habe Abitur. „Es muss uns gelingen, unser Handwerk für Menschen erlebbar zu machen. Handwerk heißt spüren und ausprobieren“, so der Präsident. Das Handwerk sei der Umsetzer der Energie- und Klimawende, der Macher der Mobilitätswende und der Digitalisierung. Im Anschluss seiner Reden wurden die Goldenen Meisterbriefe verliehen. Sie gingen an Handwerker, die vor fünfzig Jahren die Meisterprüfung ablegten.

Geehrte Meister

Die Geehrten sind: Alfons Beyerle, Jürgen Haack, Werner Höffner, Wilhelm Oszfolk, Anton Scheuermann, Herbert Segieth, Jakob Seigfried, Hans Vogel und Oskar Vogel.