In Böen bläst „Sabine“ kräftig übers Land. Die Nacht war ruhig - wie Kreisfeuerwehrsprecher Michael Salwik mitteilt, habe es in der Nacht keine sturmbedingen Einsätze gegeben. Ab 7 Uhr am Montagmorgen jedoch nahm „Sabine“ an Fahrt auf. Bis gegen 8 Uhr erreichten die Böen im Raum Heidenheim ihre vorläufig größte Stärke. Und auch im weiteren Verlauf des Vormittags wird mit anhaltenden Sturmböen und Regen gerechnet.

Ab 7.30 Uhr: umgestürzte Bäume

Gegen halb acht meldeten die Einsatzkräfte dann auch einen ersten sturmbedingten Zwischenfall: Auf der Strecke zwischen Sontheimer Wirtshäusle und Gerstetten ist ein Baum auf ein Auto gefallen. Ob und wie schwer der Fahrer verletzt wurde, ist bislang nicht bekannt. Feuerwehr und Rettungsdienst waren vor Ort. Die Straße ist mittlerweile wieder befahrbahr.

Zwischen Sontheimer Wirtshäusle und Gerstetten wurde ein Auto von einem Baum getroffen.
Zwischen Sontheimer Wirtshäusle und Gerstetten wurde ein Auto von einem Baum getroffen.
© Foto: Markus Brandhuber

In Gerstetten war die Feuerwehr außerdem in der Karlstraße im Einsatz: Dort drohte die Gefahr, dass die Sturmböen das Dach einer Firmenhalle abdecken. Auch ein weiteres Gebäudedach war gefährdet.

Auch in Giengen und Heidenheim sind der Feuerwehr zufolge ab kurz nach 7 Uhr Bäume und Baumteile auf Straßen gestürzt. In Giengen meldete die Polizei, dass ein umgestürzter Bauzaun am Morgen gegen 7.30 Uhr ein Auto in der Leipziger Straße beschädigte. In der Siechenbergstraße in der Heidenheimer Oststadt brach ein großer Ast von einem Baum ab und stürzte auf ein geparktes Auto. In Schnaitheim blies eine Böe eine Lärmschutzwand an der B19 um, verletzt wurde niemand. Zudem teilte die Polizei mit, dass in der Straße Krumme Gewand ein Gewächshaus fortgeweht wurde und in Teilen auf der Straße lag.

Die Feuerwehr Heidenheim entfernte Teile eines Baumes, die auf ein Auto in der Siechenbergstraße gestürzt waren.
Die Feuerwehr Heidenheim entfernte Teile eines Baumes, die auf ein Auto in der Siechenbergstraße gestürzt waren.
© Foto: Markus Brandhuber

An der Autobahnanschlussstelle Giengen wehten die Böen die temporäre Ampelanlage um: Damit der Verkehr fließen konnte, mussten die Einsatzkräfte die herunterhängenden Kabel hochhalten. Die Ampelanlage ist mittlerweile außer Betrieb. Es gelten die vorhandenen Verkehrsschilder.

Die Ampelanlage an der Autobahnanschluss Giengen wurde von den Orkanböen umgeworfen: Die Kabel mussten die Einsatzkräfte händisch über die Fahrbahn halten, damit der Verkehr fließen konnte.
Die Ampelanlage an der Autobahnanschluss Giengen wurde von den Orkanböen umgeworfen: Die Kabel mussten die Einsatzkräfte händisch über die Fahrbahn halten, damit der Verkehr fließen konnte.
© Foto: Markus Brandhuber

Youtube Ampelanlage an der Autobahnanschlussstelle Giengen von Wind umgeworfen

Im benachbarten Ostalbkreis sind bereits mehrere Bäume auf Straßen gestürzt. Auch meldet die Schwäbische Post, dass zwischenzeitlich ein Straßenschild auf der Autobahn A7 zwischen Westhausen und Ellwangen in Fahrtrichtung Würzburg auf der Fahrbahn lag.

Strommast droht zu kippen

Wie gegen 8.45 Uhr bekannt wurde, ist in Steinheim in einer Gartenanlage ein Strommast in Schieflage geraten. Der Stromversorger ist benachrichtigt und wird sich um die Situation kümmern, heißt es vor Ort.

In einer Gartenanlage im Paul-Gerhardt-Weg ist ein Strommast in Schieflage geraten. Der Stromversorger ist informiert, heißt es vor Ort.
In einer Gartenanlage im Paul-Gerhardt-Weg ist ein Strommast in Schieflage geraten. Der Stromversorger ist informiert, heißt es vor Ort.
© Foto: Markus Brandhuber

Zwar soll sich das Wetter nach dem Durchzug der Kaltfront am Montagmorgen insgesamt etwas beruhigen. Es sei jedoch den ganzen Vormittag bis in den Nachmittag weiter mit bisweilen heftigen Böen und starkem Regen und/oder Gewittern zu rechnen, so der Deutsche Wetterdienst.

Stand 10 Uhr hielt sich der Sturm und die Schäden im Kreis Heidenheim laut Feuerwehr in Grenzen. Ausrücken mussten die Einsatzkräfte vor allem wegen Bäumen, die auf Straßen gestürzt waren.

Die Polizei meldete am Montag um die Mittagszeit, dass wegen des Unwetters rund 15 Anrufe aus dem Kreis Heidenheim eingegangen waren.

Warnung vor Waldspaziergängen

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) rät, Waldgebiete derzeit zu meiden: Auch wenn „Sabine“ bisher nur wenige Schäden verursacht hat, besteht auch in den kommendne Wochen in den Wäldern Gefahr. Auch das Befahren von Straßen, die durch Wälder führen, erfordere laut SDW Vorsicht. Herabbrechende Äste oder umstürzende Bäume können gefährlich werden. Wie hoch das Schadensmaß ist, wird sich zeigen, wenn die Forstleute die Wälder betreten können. Dann kann es auch sein, dass Waldgebiete wegen Aufräumarbeiten zeitweise gesperrt werden.