Nach über einem Jahr Zwangspause aufgrund der Corona-Pandemie fand wieder eine Kommandanten-Dienstversammlung der Feuerwehren statt, diesmal in der Hermaringer Güssenhalle. Die beeindruckende Bilanz der elf Feuerwehren im Landkreis zusammen mit den sieben Werkfeuerwehren zeigte für 2020 auf, dass 1577 Feuerwehrangehörige 1537 Einsätze unterschiedlichster Art geleistet hatten.

Kreisbrandmeister Michael Zimmermann sagte in der Dienstversammlung: „Viele können das Thema Corona nicht mehr hören. Es wäre jedoch falsch, wenn die größte gesundheitliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung nach dem Zweiten Weltkrieg nur eine Randnotiz einnehmen würde.“ Bereits im Februar des letzten Jahres habe man erste Besprechungen unter dem Vorsitz von Landrat Peter Polta abgehalten, wie man der Situation begegnen solle. Das oberste Ziel war der Schutz der Feuerwehrangehörigen, um die Einsatzbereitschaft im Landkreis sicherzustellen. Dies war den Verantwortlichen auch gelungen: In keiner der elf Feuerwehren im Landkreis kam es zum Infektionsgeschehen.

Doch stellte sich der 37-jährige hauptamtliche Kreisbrandmeister aus Gerstetten kritisch die Frage, ob die Wehren tatsächlich immer zu 100 Prozent einsatzbereit waren und noch sind. Das komplette Aussetzen von Übungen, Sonderdiensten und Lehrgängen wirke sich hierbei auf gewisse Handgriffe und Abläufe aus, die Feuerwehrangehörige zu jeder Tages- und Nachtzeit beherrschen müssen. Ohne regelmäßiges Training gehe hier die Routine mit der Zeit  verloren. Es sei eine digitale Lernplattform zur Wissensvermittlung geplant. Die Kosten dieser digitalen Plattform trage der Landkreis, die Teilnahmekosten die Gemeinden. Hier hoffe man, dass die finanziellen Mittel durch die Gemeinden bereitgestellt werden.

Trotz der erschwerten Bedingungen konnten in 2020 Beschaffungen getätigt und Fahrzeuge sowie Gerätschaften in Dienst gestellt werden. Ein Mittleres Löschfahrzeug konnte der Abteilung Auernheim der Nattheimer Feuerwehr übergeben werden. Die Stadt Giengen beschaffte für den Teilort Hohenmemmingen einen Gerätewagen Logistik. Gleich drei Komandowagen konnten für den Landkreis, die Stadt Heidenheim und die Stadt Giengen in Dienst gestellt werden. Gerätschaften für die Löschwasserrückhaltung und den Hochwasserschutz wurden beschafft und als kreisweites Modul bei der Feuerwehr Steinheim stationiert.

Hilfe in der Zeit der Pandemie

Landrat Peter Polta sagte, dass die Feuerwehr die Pandemie sehr gut gemeistert habe. Der Aufbau und die Organisation eines Notfall-Klinikums im Congress Centrum Heidenheim, das Verteilen von Schutzausrüstungen und Verbrauchsmaterial oder auch der Aufbau des Kreisimpfzentrums und Telefondienste für das Gesundheitsamt seien nur einige Beispiele, für die sich der Landrat dankbar zeigte.

Gelitten hätten in den Zeiten der Pandemie auch die Jugendfeuerwehren. Der Landrat übergab einen Scheck in Höhe von 500 Euro an Kreisjugendfeuerwehrwart Bernd Wiedenmann.