Heidenheim / sk Mit einer Feierstunde wurde der 25. Geburtstag der psychiatrischen Abteilung im Klinikum Heidenheim begangen.

Im Hörsaal des Klinikums fand die offizielle Feierstunde zum 25-jährigen Bestehen der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik auf dem Heidenheimer Schlossberg statt. Psychiatrie-Chefarzt Dr. Martin Zinkler konnte dazu viele Gäste, darunter auch seinen Chefarztvorgänger Dr. Wolfram Voigtländer begrüßen. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Klinik-Gesellschaft Dieter Zeeb erinnerte in seinem Grußwort daran, dass aus dem vor über 25 Jahren gefassten Beschluss eine wohnortnahe psychiatrische Vollversorgung für die Bürger des Landkreises einzurichten, mit der psychiatrischen Klinik ein feste Größe entstanden sei und man intensiv daran arbeite, das psychiatrische Angebot weiter zu entwickeln.

Der ärztliche Direktor der Klinik-Gesellschaft Dr. Jan-Peter Schenkengel resümierte, dass die vergangenen 25 Jahre Chancen und Entwicklungen beinhalteten, die man in den Fokus genommen habe. Das Ziel „Offene Psychiatrie“ habe viel Engagement erforderlich gemacht und deren aktuelle Entwicklung mit dem eingeführten Home-Treatment sei ein tolles Projekt.

Dr. Martin Zinkler dankte Josef Bühler von der Bezirks-AOK stellvertretend für alle am Projekt Home-Treatment mitbeteiligten Krankenkassen für deren Bereitschaft, hier mit dem Klinikum neue Wege zu gehen. Der frühere Chefarzt Dr. Wolfram Voigtländer wies in seiner Rede auf wichtige Meilensteine der vergangenen 25 Jahre in der Entwicklung der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik hin. Wesentliche Inhalte des damaligen Landespsychiatrieplanes wurden in Heidenheim aktiv aufgegriffen und umgesetzt, mit dem Ziel ein gemeindenahes und umfassendes sowie bedarfsgerechtes Versorgungssystem für psychiatrische Patienten zu etablieren. Die Tatsache, dass in Heidenheim ein Neubau für Psychiatrie entstanden sei, wertete er als sehr bemerkenswert und geradezu sensationell für die damaligen Verhältnisse in Deutschland. Das damals geltende Grundprinzip der offenen Stationen gelte bis heute.

Als wichtigen Glücksfall für die Entwicklung, die Heidenheims Psychiatrie genommen habe, bezeichnete er das Personal und hier vor allem die Beschäftigten aus der Pflege. Sie hätten quasi Neuland beschritten und die von ihnen gelebten Behandlungsformen sowie deren Weiterentwicklung seien beispielgebend.

Prof. Dr. Thomas Becker, der Ärztlicher Direktor der in Günzburg beheimateten Klinik für Psy-chiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm, nahm die Zuhörer mit auf die Geschichtsreise der Psychiatrie in den letzten drei Jahrhunderten.

Rainer Höflacher, Vorsitzender des Landesverbandes Psychiatrie-erfahrender in Baden-Württemberg, gab Einblicke in die Wünsche Betroffener an die psychiatrische Behandlung. Dabei ging er auf die Vision gewaltfreie Psychiatrie ein und sprach über gute klinisch-stationäre Psychiatrie aus Patientensicht. sk