In den neuen Verwaltungsräumen in der früheren Jugendherberge empfingen die Eva-Geschäftsführer Matthias Linder und Susanne Thumm sowie Kerstin Pichl als zukünftige Assistenz der Geschäftsführung den Heidenheimer SPD-Landtagsabgeordneten Andreas Stoch. Die Einrichtung ist in Heidenheim vor allem auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Jugendberufshilfe tätig.

Schulsozialarbeit: Finanzierung schwierig

An den Schulen der Eva sei die Nachfrage exorbitant gestiegen, gerade an der Grundschule, sagte Linder. Wichtig sei deswegen auch eine gute Schulsozialarbeit. Allerdings werde diese bei Freien Schulen nicht vom Land mitfanziert. „Gerade für Kinder und Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf ist Schulsozialarbeit unerlässlich“, findet Stoch, der sich generell mehr multiprofessionelle Teams an den Schulen wünscht. Doch obwohl die Mitfinanzierung an Freien Schulen im grün-schwarzen Koalitionsvertrag stehe, befürchte er, dass sich die Landesregierung aufgrund der von Ministerpräsident Kretschmann im Vorfeld der nächsten Haushaltsberatungen präventiv ausgerufenen „schlechten Zeiten“ schwer tun werde, dies umzusetzen. Stoch versprach, im Landtag Druck zu machen, denn Geld sei genug da: „Sowohl die aktuelle Steuerschätzung als auch die bestehenden Haushaltsüberschüsse lassen durchaus neue und dringend notwenige Projekte zu.“

Ein „Eva-Quartier“ soll entstehen

Derzeit hat die Eva Heidenheim gemeinsam mit ihrem Stuttgarter Mutterkonzern der Evangelischen Gesellschaft sowie Eva´s Stiftung Großes vor: In der Albuchstraße soll ein „Eva-Quartier“ entwickelt werden. „Weil unsere alten Gebäude nicht mehr den Bau- und Energiestandards entsprechen und eine Sanierung unwirtschaftlich wäre, müssen sie weichen“, erläutert Thumm.

Die Verwaltung ist bereits umgezogen und ein neues Schul- und Werkstattgebäude ist auf deren früherem Gelände geplant. Auf eine Schulbauförderung durch das Land hofft die Eva und Andreas Stoch sage hier seine volle Unterstützung zu, teilt sein Büro mit.

Sozialen Wohnraum schaffen

Weiteren finanziellen Spielraum gewinnt die Eva dadurch, dass Eva´s Stiftung mit dem Bauträger der Hoffnungsträger Stiftung auf einem Teil des Areals drei so genannte Hoffnungshäuser mit ca. 55 bis 60 Wohneinheiten errichtet, die vorwiegend sozialen Wohnraum schaffen sollen. Von dieser Idee zeigt sich Andreas Stoch begeistert, denn auch in Heidenheim sei dieses Thema lange Zeit unterschätzt worden und es mangele an bezahlbarem Wohnraum.