Das Thema Jagd polarisiert und wie so oft gibt es auf beiden Seiten die Extreme. Der Naturschutzbund (Nabu) hat sich in einem Positionspapier zu einer möglichen Novellierung des Bundesjagdgesetzes ausdrücklich zu einer naturverträglichen Jagd bekannt. Wobei die Betonung hier eben auf „naturverträglich“ liegt. Voraussetzung seien die Erfüllung ethischer Kriterien und der Prämissen der Nachhaltigkeit.

Keine reine „Hobbyjagd“

Die reine „Hobbyjagd“ lehnt auch der Nabu ab und fordert nach wie vor eine grundlegende Novellierung des seit 60 Jahren nahezu unveränderten Bundesjagdgesetzes. „Wissenschaftliche Erkenntnisse der Wildtierökologie und des Natur-, Arten- und Tierschutzes sowie sich ändernde gesellschaftliche Erwartungen an die Jagd wurden seitdem nicht berücksichtigt“, kritisiert die Organisation. Das erlegte Tier müsse sinnvoll genutzt werden, die bejagte Art dürfe in ihrem Bestand nicht gefährdet sein und zum Zweck der Jagd nicht aktiv gefördert werden, Störungen in der Brut- und Aufzuchtzeit von Wildtieren seien zu reduzieren und natur- und artenschutzrechtliche Regelungen zu beachten.

Grundsätzlich fordert der Nabu, die Liste der jagdbaren Arten deutlich zu reduzieren. „Auch wenn wir den Fuchs als jagdbare Art einstufen, ist es trotzdem nicht nachvollziehbar, weshalb in Deutschland jährlich gut eine halbe Million Füchse erlegt werden, ohne dass eine sinnvolle Nutzung stattfindet“, so Nabu-Präsident Olaf Tschimpke.

Die Jagdzeiten sollten aus Sicht der Naturschutz-Organisation einheitlich eingeschränkt werden – auf die Monate September bis Dezember. Ferner dürfe künftig keine Munition mit Blei mehr genutzt werden, um die Umwelt und die Verbraucherinnen und Verbraucher zu schützen.

18.000 Hektar Jagdfläche

Und wie läuft die Jagd hier im Bezirk Östliche Alb der Forst BW ab? Die Forst BW Östliche Alb ist Besitzerin des Staatswalds, zu dem 18.000 Hektar Jagdfläche gehören. Der allergrößte Teil davon, nämlich 13.000 Hektar werden durch die sogenannte Regiejagd bejagt: Das bedeutet, dass die Jagd auf dieser Fläche von der Forst BW selbst organisiert wird. Jeder Forstbeamte der Forst BW hat zugleich den Jagdschein. Unterstützung erhalten die Forst-BW-Jäger von Jägerinnen und Jägern ohne eigenes Revier.

Im Zentrum der Regiejagd stehen die Ziele der Naturverjüngung: Es geht darum, die Mischbaumarten in der Verjüngung zu sichern und vor Wildfraß zu schützen. Zudem soll durch das Bejagen von Wildschweinen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindert werden. Im Jagdjahr 2021/2022 wurden auf der Fläche der Forst BW Östliche Alb 2330 Wildtiere bei der Jagd getötet, davon 1830 Tiere Rehwild und 236 Tiere Schwarzwild (also Wildschweine).

Alle drei Jahre wird der Wildverbiss an den Junpflanzen kontrolliert und danach richtet sich auch die Anzahl der Wildtiere, die geschossen werden sollen, um den Verbiss wieder zu reduzieren. Laut Dr. Hans Untheim, Leiter des Forstbezirks, steigt diese Zahl seit Jahren an: Die Zahl der Wildtiere und damit die Verbissschäden bekomme man kaum in den Griff.

Landkreis Heidenheim