Wie der Heidenheimer Maschinenbauer am Mittwoch mitteilt, plant das Unternehmen Kurzarbeit an seinen deutschen Standorten. Zu diesem Zweck prüfe man gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern, in welchen Bereichen Kurzarbeit möglich und notwendig sei. Nach aktuellem Stand könne die Einführung von Kurzarbeit ab Anfang Mai 2020 erfolgen, so das Unternehmen in seiner Mitteilung - je nach benötigtem Umfang für jeden Standort und Bereich spezifisch.

In diesem Zusammenhang habe die Konzerngeschäftsführung entschieden, auch an den Standorten außerhalb Baden-Württembergs den tariflichen Zuschuss für Kurzarbeit, den es in Baden-Württemberg gibt, zu gewähren. Diese außerordentliche Maßnahme stelle „ein Bekenntnis zu den Voith-Mitarbeitern in einer außerordentlichen Krisensituation dar“, so das Unternehmen.

Weiter teilt Voith mit, würden alle leitenden und außertariflichen Angestellten in Deutschland sowie die Voith-Konzerngeschäftsführung auf zehn Prozent ihres Monatseinkommens im Mai 2020 verzichten. Dies sei ein Zeichen der Solidarität mit den Mitarbeitern, die von Kurzarbeit betroffen seien.

Voith-Konzernchef Toralf Haag äußert sich in der Mitteilung darüber hinaus folgendermaßen: „Voith wird weiterhin gezielt daran arbeiten, die Geschäftsabläufe aufrecht zu erhalten und Kundenaufträge bestmöglich zu erfüllen. Dennoch müssen wir jetzt zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung unseres Unternehmens einleiten. Wir sind überzeugt, mit diesem Schritt eine weitere wichtige Maßnahme im Sinne einer nachhaltigen Zukunftssicherung unseres Unternehmens umzusetzen und danken allen Mitarbeitern und Führungskräften für ihre Unterstützung und ihren Beitrag“

Als Reaktion auf die Corona-Pandemie hatte Voith bereits Ende März zwei Drittel der rund 4300 Beschäftigten am Standort Heidenheim für zwei Wochen in Betriebsferien geschickt. Die Maßnahme hatte alle Konzernbereiche sowie die administrativen Bereiche betroffen.

Mitte März hatte es bei Voith in Heidenheim einen ersten Fall von Corona in der Belegschaft gegeben. Bei einem Mitarbeiter waren nach der Rückkehr von einer privaten Urlaubsreise in ein Nicht-Risikogebiet erste Symptome aufgetreten. Der Mann begab sich daraufhin in Isolation.