Die Abschlussbilanz für das Ausbildungsjahr 2022 in den bei der Industrie- und Handelskammer Ostwürttemberg eingetragenen Berufen fällt nach dem pandemiebedingten Rückgang der Jahre 2020 und 2021 wieder positiv aus. 1531 Jugendliche haben sich einer Pressemitteilung der IHK zufolge für eine gewerblich-technische oder eine kaufmännische Ausbildung entschieden. Das entspricht einem Plus von 7,1 Prozent im Vergleich zu 2021 mit damals 1429 neu eingetragenen Ausbildungsverträgen. Nach zwei negativen Jahren haben mit einem Plus von 95 Ausbildungsverhältnissen oder 23 Prozent die Metallberufe wieder deutlich zugelegt.

Gastronomie ist wieder mehr gefragt

In der pandemiebedingt stark beeinträchtigten Hotel- und Gastronomiebranche konnten die Ausbildungszahlen um 46 Prozent erheblich gesteigert werden. Das Gesamtniveau von 2019 konnte insgesamt nicht erreicht werden. Damals wurden zum Stichtag 1. September 1734 Ausbildungsverträge eingetragen, Das Minus gegenüber 2019 fällt mit 11,7 Prozent nicht mehr so deutlich wie noch im vergangenen Jahr aus. Damals war ein Rückgang von 17,6 Prozent festzustellen gewesen.

Aufatmen bei der IHK

Nach den Rückgängen bei den Ausbildungszahlen in 2020 und 2021 gibt es in diesem Jahr ein deutliches Aufatmen auf dem Ausbildungsmarkt in den IHK-Berufen in Ostwürttemberg. „Die Bewerbungsphase vor dem Ausbildungsstart 2022 wurden von Corona, dem Ukrainekrieg sowie wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt. Dennoch setzen die Betriebe auf die duale Berufsausbildung und somit auf die Ausbildung ihres eigenen Fachkräftenachwuchses", fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler die vorliegenden Zahlen zusammen.

Mehr neue Ausbildungsverhältnisse

„Wir freuen uns, dass wir nach zwei rückläufigen Jahren dieses Jahr 102 Ausbildungsverhältnisse mehr als 2021 präsentieren können. Die Region Ostwürttemberg braucht unbedingt Fachkräfte“, so Rentschler. Diese seien am einfachsten zu rekrutieren, wenn sie von den Betrieben selbst ausgebildet werden. Die Maßnahmen der Zukunftsoffensive, die nun immer mehr Fahrt aufnehme, würden diese Entwicklung weiter verstärken. Die größte Herausforderung ist schlichtweg die rückläufige Zahl an Bewerbern. „Deshalb wird die IHK gemeinsam mit den Partnern innerhalb der Zukunftsoffensive diese Herausforderung annehmen und passgenaue Maßnahmen entwickeln", so der Hauptgeschäftsführer.

Weniger Kaufleute

Die Ausbildungsverhältnisse in den gewerblich-technischen Berufen gingen um 105 Ausbildungsverträge nach oben. Bei den kaufmännischen Berufen dagegen wurden drei Verträge weniger eingetragen als 2021. Das Defizit liegt dabei eindeutig bei den Industriekaufleuten sowie bei den Kaufleuten im Groß- und Außenhandel. In beiden Berufen wurden weniger Azubis registriert.

Aufgefangen wird dieses Minus von den Hotel- und Gaststättenberufen, die mit 45,7 Prozent oder 51 Verträgen ihre Anzahl stark erhöht haben. Auch in der Transport- und Logistik-Branche konnten mehr Verträge abgeschlossen werden als noch im Vorjahr.

Mehr junge Leute in den Metallberufen

Mit 95 Verträgen oder einem Zuwachs um 23,6 Prozent – nach zwei rückläufigen Jahren – fällt die Bilanz in den Metallberufen deutlich positiv aus. Auch bei den Mechatronikern und Fachinformatikern ist mit 33,7 Prozent bzw. 26,9 Prozent ein deutlich positiver Trend zu verzeichnen. Rückläufig hingegen war die Zahl bei den Industriekaufleuten mit minus 9,5 Prozent oder zwölf Verträgen und auch bei den Kaufleuten im Groß- und Außenhandel mit minus 19,2 Prozent. Die Einzelhandelskaufleute konnten hingegen um 21 Prozent zulegen.

Landkreis Heidenheim legt stärker zu

Betrachtet man die beiden Landkreise, so konnten die Ausbildungsverhältnisse in beiden deutlich zulegen. Im Landkreis Heidenheim ist der Zuwachs bei 8,6 Prozent, was 31 Ausbildungsverträgen mehr entspricht, leicht höher als im Ostalbkreis.

Ausbildungsbeginn noch möglich


Auch wenn für den Start in die Ausbildung gemeinhin der 1. September als Datum gilt, so ist es ohne weiteres möglich, die Ausbildung auch zu einem späteren Zeitpunkt noch anzutreten. Die Berufsschulen in der Region sind auf diese Gegebenheiten vorbereitet, so dass dieses Angebot sehr gerne wahrgenommen werden kann.

Für alle Jugendlichen, die davon Gebrauch machen wollen bzw. noch einen Ausbildungsplatz suchen, gibt es in der IHK-Lehrstellenbörse unter www.ihk- lehrstellenboerse.de noch zahlreiche interessante Ausbildungsangebote. Darüber hinaus bietet die IHK Ostwürttemberg unter www.ihk-ausbildungsmesse.de eine virtuelle Ausbildungsmesse an. Nähere Informationenen zu den vielfältigen Angeboten bei der IHK Ostwürttemberg geben Lea Schmitt und Monika Schmid-Ritz unter Tel. 07321 324-138.