In einem Zweckbündnis haben sich Linke und DKP zusammen geschlossen, um die Vorteile einer Fraktion nutzen zu können. Doch dass die Heidenheimer Politik die Handschrift von Horst Mack und seinen zwei Mitstreitern tragen könnte, dafür ist die Fraktion zu klein. Das weiß Horst Mack, der in dieser Hinsicht Realist ist und dennoch nicht müde wird, für seine Ideen und Ideale zu kämpfen.

Dazu zählen unter anderem die Forderung, Bildung und Erziehung weiterhin stark zu fördern oder der Ruf nach kommunal gefördertem Wohnungsbau. Dauerthema ist zudem die Gebührenfreiheit für Kindergarten und Kindertagesstätte. In den Landtagswahlprogrammen hätten zwar SPD und Grüne vom gebührenfreien letzten Kindergartenjahr geschrieben, doch tue sich nichts. Auch innerhalb der Gemeinderatsfraktionen sieht Mack dafür keine Mitstreiter.

Zu einem der Hauptanliegen Macks zählt mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz in allen kommunalpolitischen Entscheidungen. Der Werkstadt-Prozess zählt deshalb aus Sicht der Linken zu einer der wichtigsten Dinge der vergangenen Jahre. „Allerdings müssen wir uns in den nächsten Jahren über eine Werkstatt reloaded unterhalten“, sagt Mack. Und selbst wenn die jüngste Bürgerversammlung ein Flop gewesen sei, so müsse es noch mehr Informationsveranstaltungen zu Vorhaben der Stadt geben. Zur Transparenz gehöre aber auch, mehr in öffentlichen Sitzungen zu diskutieren und nicht wie bisher alle Themen nicht öffentlich vorzuberaten. „Wir sollten öfter spontan über Themen diskutieren, bevor darüber geklüngelt wurde.“

Nicht durchsetzen konnte sich Macks Fraktion mit der Forderung einer Gewerbesteueranpassung. Und auch die soziale Staffelung der Eintrittspreise für die Opernfestspiele fand keine Mehrheit. Überhaupt sind die Festspiele ein Thema, an dem sich Mack des öfteren reibt. Einen Deckel für den Etat der Opernfestspiele hätte er sich gewünscht. „Nicht dass einmal jemand vor den Gemeinderat tritt und sagt, war müssen jetzt bei Erziehung und Bildung einsparen“, mahnt Mack. Das sei eine Haushaltskultur der „verbrannten Erde“.

Zu einer der wichtigsten Entscheidungen der vergangenen fünf Jahre gehört aus Macks Sicht der Erwerb des WCM-Areals und der Abbruch der Gebäude. Ebenso der Bau des neuen Sportleistungszentrums am Sparkassen-Sportpark. „Das war ein gutes Vorhaben des Oberbürgermeisters.“

Dieses Lob aus Macks Mund klingt deshalb befremdlich, weil sich die beiden sonst im Gremium eher aneinander reiben. Das Verhältnis zum OB beschreibt Mack als „schlecht“. Das liegt seiner Meinung nach daran, „dass der OB gereizt reagiert, wenn jemand eine andere Meinung vertritt oder widerspricht“. Die Machtverhältnisse zwischen Verwaltung und Gemeinderat sieht er dennoch im Ungleichgewicht. Begründet durch durch Informationsvorsprung der Verwaltung. Unabhängig davon lobt Mack da Verhältnis zu den Rathaus-Mitarbeitern als gut. „Wir bekommen alle Infos, die wir brauchen“, lobt Mack. Mit jüngst einer Ausnahme: Der Zugang ins Römerbadmuseum wurde der Fraktion in den vergangenen Wochen verwehrt, mit Hinweis auf eine Karenzzeit vor der Wahl. So etwas sei ihm neu, so Mack. Doch sei das Thema nicht so wichtig, um deshalb einen Grundsatzkonflikt daraus zu machen.

Doch wollen Mack und seine Kollegen, falls sie wieder gewählt werden, die Heidenheimer Museen nicht aus den Augen lassen. Schließlich werde seit Jahren ein Konzept versprochen, das es bis heute nicht gebe. Museen seien wichtig, so Mack, doch stünden in Heidenheim die Kosten und Eintrittsgelder im Missverhältnis. Zum Beispiel im Schloss: Dort werde im Haushaltsplan mit 3000 Euro an Eintrittsgeldern gerechnet. Doch allein für die Heizung werde zehnmal mehr bezahlt. „Kultur kostet Geld, doch muss es eine Grenze geben.“

Die Herausforderung der Zukunft? „Wir werden im Zeichen der Schuldenbremse aufpassen müssen, dass nicht an den falschen Stellen gespart wird.“ Vor allem nicht an Erziehung und Bildung. „Das ist die einzige Zukunft, die wir haben“, sagt Mack. Da habe die Stadt in ihrem bisherigen Kurs die volle Unterstützung seiner Partei. Weiteres wichtiges Thema sei die Wohnungsversorgung. Man spüre in Heidenheim die Wohnungspolitik der Gagfah, die manche Quartiere verkommen lasse. Und dort wo saniert werde, würden die Mieten so teuer, dass sich die bisherigen Mieter diese nicht mehr leisten könnten. Das Ploucquet-Areal bringe keine Entschärfung. „Hier bauen Investoren für Investoren“, so Mack. Für Geringverdiener sei das kein Wohnquartier. Deshalb Macks Schlussfolgerung: „Wir müssen uns mit dem Wiedereinstieg in den öffentlich geförderten Wohnungsbau befassen.“ Auch wenn der OB dies nicht als Kernaufgabe der Stadt ansehe. Doch das Gegenteil sei der Fall: „Wenn wir eine bunte und gemischte Stadt haben wollen, braucht die Stadt Einflussmöglichkeiten.“ So passiere wie schon in der Oststadt eine Ghettobildung.

Nicht aus den Augen lassen will Mack die Infrastruktur und die Straßen. Man habe in Heidenheim wie überall in Deutschland zugunsten anderer Ausgaben zu wenig getan. Zur Agenda der Linken gehört nicht zuletzt: „Der Abbau des komischen Denkmals am Galgenberg.“. Es werde einen interfraktionellen Antrag geben, um im Gemeinderat über das Rommel-Denkmal zu diskutieren.

Das ist ein seltenes Beispiel der Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen. Die Mehrheit im Linken-Arbeitskreis wünsche sich eine Mehrheit gegen den bisher bestehenden OB-Block, doch rein rechnerisch gebe es schon jetzt ein Patt. „Ich weiß nicht, ob eine solche Mehrheit machbar wäre.“ Es bestehe zu wenig Kommunikation zwischen den Fraktionen. Es sei das Problem der handelnden Personen, „wobei ich mich da nicht ausnehme.“