Die 7-Tage-Inzidenz ist am Dienstag nach Meldung des Heidenheimer Gesundheitsamtes auf 49,7 abgesunken, damit aber immer noch eine der höchsten im Land. Jetzt gibt das Gesundheitsamt auch eine weiterreichende Erklärung für die vergleichsweise hohen Infektionszahlen: Die sogenannte Indische Mutante (B 1.617) des Covid-19-Virus, die als sehr stark ansteckend gilt, ist für einen Teil der Infektionen im Landkreis Heidenheim verantwortlich.

Am Tag zuvor war nur die Rede von drei größeren Ausbrüchen in Familien gewesen. Jetzt ist klar, dass 40 Ansteckungen in diesen Familienverbünden durch die indischen Virusvariante verursacht wurden.

Ausführliche Diagnostik folgt

Laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes Heidenheim gibt es insgesamt 57 Covid-19-Fälle, bei denen ein Hinweis auf die Variante 2 des Sars-CoV-2-Virus B 1.617 vorliegt. In 42 Fällen gibt es einen Labornachweis, 15 weitere positiv getestete Coronafälle können dem Virus B 1.617 epidemiologisch zugeordnet werden.

Bislang wies auf die Virusvariante nur ein zusätzlicher, spezieller PCR-Test hin. Nun wurde eine weiterführende Labor-Diagnostik angeordnet, die sogenannte Sequenzierung. Diese kann aber mehrere Wochen dauern.

40 Fälle in drei Familien

Neben den 40 Fällen, die in drei Familien in Heidenheim, Giengen und Herbrechtingen aufgetreten sind, handle es sich bei den weiteren 17 Personen um Einzelfälle ohne Zusammenhang zu den Familien. Das Gesundheitsamt teilt mit, dass im Zusammenhang mit diesem Ausbruch für 49 enge Kontaktpersonen eine Quarantäne angeordnet wurde

„Alles unter Kontrolle“

„Das Infektionsgeschehen konnte rasch unter Kontrolle gebracht werden“, heißt es in der Pressemitteilung des Landratsamts. Wichtige Erfolgsfaktoren seien hierbei die schnelle Verfügbarkeit von PCR-Schnelltests in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Heidenheim, der Einsatz der mobilen Abstrichteams des Gesundheitsamtes Heidenheim, sowie die enge Zusammenarbeit mit dem Landesgesundheitsamt (LGA) Stuttgart und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration gewesen.

Ansteckender und gefährlicher

Laut dem Robert-Koch-Institut trat die Variante B.1.617.2 (Delta-Variante) zuerst im indischen Bundesstaat Maharashtra auf. Sie verbreitet sich derzeit stark in Großbritannien, aber offenbar auch immer öfter in Deutschland. Die besorgniserregende Virusvariante (Variant of Concern) wird mit einer reduzierten Wirksamkeit der Immunantwort in Verbindung gebracht, weshalb die Wirksamkeit der Impfung ihr gegenüber reduziert sein könnte. Auch gibt es Hinweise auf eine erhöhte Übertragbarkeit und schwerere Krankheitsverläufe.

Nach Aussage des Landratsamts gibt es jedoch keinen Zusammenhang zwischen der indischen Virus-Variante und dem Corona-Ausbruch vor kurzem in einem Heidenheimer Pflegeheim, bei dem sich mehrere Bewohner infiziert hatten, die bereits vollständig geimpft waren.

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