Die Corona-Fälle im Landkreis Heidenheim nehmen ungebremst zu: Den Anstieg um 114 Infektionen von Dienstag auf Mittwoch betonte Landrat Peter Polta auch bei der Pressekonferenz am Donnerstag. Damit gibt es aktuell insgesamt 876 aktive Fälle. „Die Lage erfüllt uns mit großer Sorge“, so der Landrat.

Personalmangel im Heidenheimer Klinikum

Auch das Klinikum Heidenheim meldet eine besorgniserregende Situation: Es mangelt an Personal, Stationen müssen geschlossen werden und gleichzeitig kommen immer mehr Covid-Patienten zur stationären Behandlung. „Im Gegensatz zur ersten und zweiten Welle ist das Klinikum voll belegt“, berichtet der ärztliche Direktor Prof. Dr. Andreas Imdahl. Die Kinderklinik sei überfüllt, weil viele Kinder an der Atemwegsinfektion RSV leiden.

Das Personal sei ausgelaugt und der Krankenstand relativ hoch, so Imdahl. Gleichzeitig werde für die Covid-Patienten mehr Pflegepersonal benötigt, da dieses unter vollem Infektionsschutz arbeiten muss.

Eigenes Impfteam aus Ulm

Landrat Peter Polta kündigte aufgrund der Situation an, eine eigene Impfstrategie im Landkreis zu entwickeln. „Ich warten nicht, bis auf Bundesebene Entscheidungen getroffen werden“, so Polta. In der relativ niedrigen Impfquote von 57 Prozent sieht man im Landratsamt einen Grund für die hohe Zahl der akuten Erkrankungen.

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Kreis Heidenheim

Dem Landkreis stehe ab sofort ein eigenes mobiles Impfteam aus Ulm zur Verfügung, so Polta. Darüber hinaus sollen in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten im Landkreis Impfteams zusammengestellt werden, die Vor-Ort-Termine für Booster- und Erstimpfungen anbieten. Als weiteren Schritt kann sich der Landrat vorstellen, vom Landkreis eingesetzte Impfteams mit Honorarkräften zu beschäftigen.

Die Städte und Gemeinden sollen dafür geeignete Orte benennen und auch Räume zur Verfügung stellen. Peter Polta appelliert dringend an alle Umgeimpften: „Jetzt wird es allerhöchste Zeit für eine Erstimpfung.“