Heidenheim / Michael Brendel Rund 17 Monate nach Baubeginn wurde am Dienstag, 9. Oktober, die neue Mensa eingeweiht. Die nächsten Vorhaben warten bereits.

Offensichtlich hat da jemand seine Hausaufgaben sehr ordentlich erledigt: Die neue Mensa der Hirscheckschule ist weit mehr als ein zweckmäßiger Raum von der Stange. Davon konnten sich alle überzeugen, die am 9. Oktober bei der offiziellen Inbetriebnahme dabei waren.

Wer unter jemand zu verstehen ist, liegt auf der Hand: zum einen die beteiligten Baufirmen und Handwerker, zum anderen die Planer, aus deren Feder die Vorgaben stammen. Und diese zielten darauf ab, ein multifunktionales Gebäude zu schaffen.

Herzstück der Schule

Gesagt getan. Der neue Trakt, der laut Rektorin Claudia Zanzinger-Knies die „neue Mitte“ darstellt, weil er die beiden Flügel der Grund- und Werkrealschule verbindet, ist zunächst einmal Haupteingang. Außerdem beliebig einsetzbarer Mehrzweckraum. Und eben Mensa. Mit dem heutigen Tag steht er endlich den Kindern zur Verfügung und löst damit ein Provisorium ab, das einst aus dem Engagement einer Mutter erwachsen war. Sie hatte zunächst für einige wenige Kinder gekocht, schnell jedoch kamen immer mehr hinzu.

Im Herbst 2016 wurde die Hirscheckschule offiziell zur Ganztagsschule, und seither ist der Bedarf ein deutlich größerer. „Viermal wöchentlich gibt’s ein warmes Mittagessen, und mit der neuen Mensa kann sich jetzt eine richtige Esskultur entwickeln“, sagte Zanzinger-Knies.

Attraktiver Schulstandort

Der Neubau steigere die Attraktivität des Schulstandorts Schnaitheim und sichere auf lange Sicht die Zukunftsfähigkeit der Schule, nehme man auch die anstehende Generalsanierung der Klassenräume und die Neugestaltung des Pausenhofs hinzu.

„Und die Frau gibt keine Ruhe“, sagte Oberbürgermeister Bernhard Ilg durchaus anerkennend, wolle Zanzinger-Knies mit ihrem Haus doch Musterschule für den Digitalpakt werden. Hierfür bedürfe es weiterer 1,54 Millionen Euro, nachdem der jetzt in Dienst gestellte Neubau rund 2,4 Millionen gekostet habe. Dass die Anforderungen des nächsten Schritts jetzt schon berücksichtigt worden seien, wertete Ilg als Ausdruck der Weitsicht, mit der die Verwaltung die Bereiche Bildung und Betreuung voranbringe.

Die neue Mensa sendet nach Überzeugung des Rathauschefs in dreierlei Hinsicht ein Signal aus: „Die Stadt bringt auf vorbildliche Weise Dinge voran, die im Leben wichtig sind. Sie nimmt die Schulen ernst und investiert Millionenbeträge. Und die große Politik sieht, dass wir die Fördermittel, die man uns gewährt, sinnvoll einsetzen.“

Beispielgebende Entwicklung

Jörg Hofrichter, Leiter des Staatlichen Schulamts in Göppingen, spielte den Ball zurück und attestierte dem Rathaus, es betreibe „eine beispielgebende Schulentwicklung mit einer weit über die Stadt hinausreichenden Strahlkraft“. An der Hirscheckschule werde seit vielen Jahren mit langem Atem und konstant gearbeitet. Die zahlreichen Projekte verlangten dem Kollegium viel ab, doch der Erfolg könne sich sehen lassen: „Wir haben hier keine Lernfabrik, sondern eine Gemeinschaft, die das soziale Miteinander lebt.“

Nachdem die Pfarrer Dietmar Krieg und Michael Williamson die Mensa gesegnet hatten, setzten die Schüler den künstlerischen Schlusspunkt: Für ihre engagierten musikalischen und schauspielerischen Einlagen erhielten sie kräftigen Applaus.

Noch weitere Baustellen

Die neue Mensa ist nur eines von mehreren Bauvorhaben rund um den Fischerweg in Schnaitheim, der derzeit ein neues Gesicht samt Veranstaltungsfläche erhält. Nachdem die Generalsanierung der Turn- und Festhalle bereits abgeschlossen wurde, sind jetzt die Räume in der Hirscheckschule an der Reihe.

Eine gemeinsame Heizzentrale wird künftig Schule, Halle, Lehrschwimmbad und Kindergarten versorgen. Das macht die getrennten Gas-Zentralheizungen überflüssig, die bereits mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Das Kraftwerk entsteht auf dem Gelände des Sportplatzes jenseits des Fischerwegs. In dem Gebäude findet auch ein WC für Sportler und Zuschauer Platz. bren