Heidenheim / Andreas Uitz Die Verwaltung plant, das ehemalige Rathaus neu zu nutzen. Der Kulturbereich und das Standesamt sollen hier nach notwendigen Umbauten und Sanierungen heimisch werden.

Seit dem Auszug der Stadtbibliothek in das neue Gebäude stehen große Teile des Elmar-Doch-Hauses in der Hauptstraße leer. Doch das soll sich ändern. Denn der Gemeinderat hat jetzt einem Vorschlag der Verwaltung grünes Licht geben, der vorsieht, einen Teil der Stadtverwaltung wieder in das ehemalige Heidenheimer Rathaus zu verlagern. Sozusagen beinahe eine Rückkehr.

Dem vorausgegangen waren unterschiedliche Überlegungen zur Nutzung des Gebäudes. Unter anderem hatte die Stuttgarter Brauerei Dinkelacker im vergangenen Jahr Interesse daran bekundet, hier eine Art Brauhaus zu betreiben. Diese Überlegungen scheiterten jedoch an den enorm hohen Investitionen, die nötig gewesen wären, um das Elmar-Doch-Haus für diesen Zweck umzubauen.

Jetzt also soll ein Teil der Stadtverwaltung in das Gebäude umziehen. Bereits seit vielen Jahren ist hier schon die städtische Tourist-Information angesiedelt. Die soll auch künftig im Erdgeschoss bleiben. Im ersten Stock jedoch, der früher als Stadtbibliothek genutzt wurde, soll nach entsprechenden Umbauarbeiten das Kultur- und Festspielbüro einziehen. Aus Sicht der Verwaltung ist die Nähe dieses Bereichs zur Tourist-Info sinnvoll.

Der zweite Stock des Elmar-Doch-Hauses soll künftig vom Standesamt genutzt werden. Dem alten Ratssaal soll dabei eine ganz besondere Bedeutung zukommen: Er wird zum Trauzimmer. Dadurch soll künftig die Möglichkeit bestehen, in einem historischen Gebäude direkt in der Innenstadt zu heiraten. Der aktuelle Trauraum im ersten Stock des Rathauses ist sehr beengt, wodurch es immer wieder zu Problemen kommt.

Wie der Leiter des städtischen Fachbereichs Hochbau, Stefan Bubeck, dem Gemeinderat erläuterte, soll im obersten Stock das Elmar-Doch-Hauses der Geschäftsbereich Historische Museen und Archiv angesiedelt werden. Der Anbau des Gebäudes in der Hinteren Gasse soll während der sich über Jahre hinziehenden Sanierung des Rathauses als Interimsgebäude für die Auslagerung von Verwaltungsbereichen genutzt werden. Nach der Sanierung, so sehen es die aktuellen Planungen vor, soll der Anbau, der sich nicht im besten Zustand befindet, abgerissen werden.

Durch den Umzug einiger Bereiche ins Elmar-Doch-Haus kann auch die beengte Raumsituation im Rathaus verbessert werden. Dadurch wird die Möglichkeit geschaffen, den Bereich Bürgerservice auszubauen und die Bußgeldstelle ins Rathaus zu integrieren.

Bevor das historische Gebäude beim Knöpfleswäscherin-Brunnen von der Verwaltung genutzt werden kann, sind jedoch noch massive Umbauten notwendig. Nicht nur, dass die früher anders genutzten Flächen zu Büros umgebaut werden müssen, es ist auch vorgesehen, den Eingangsbereich und die Tourist-Info zu verändern sowie auch die Barrierefreiheit zu verbessern und neue Toiletten einzubauen.

Mit den Planungen soll ein Stuttgarter Architekturbüro beauftragt werden, das über viel Erfahrung mit historischen Gebäuden verfügt. Dieses Büro war auch zuständig für die Sanierung der Aussegnungshalle auf dem Waldfriedhof. Derzeit liegt noch keine genaue Kostenplanung für den Umbau des Elmar-Doch-Hauses vor, doch geht Bubeck von Kosten in Höhe von 2,3 Millionen Euro aus.

Im Gemeinderat stießen die Planungen der Verwaltung auf breiter Front auf Zustimmung. Nicht zuletzt deshalb, weil man sich durch den Umzug des Standesamts auch eine Belebung der südlichen Hauptstraße erhofft. Darüber, ob der Anbau des Elmar-Doch-Hauses irgendwann abgerissen oder erhalten bleiben soll, entspann sich zwar eine Diskussion, letztendlich war man sich jedoch darin einig abzuwarten, wie sich alles ins Gesamtkonzept der Rathaussanierung integrieren lässt.

Benannt nach dem früheren OB

Das Elmar-Doch-Haus steht an zentraler Stelle mitten in der Hauptstraße beim Knöpfleswäscherin-Brunnen. Das markante Gebäude ist dem früheren Oberbürgermeister benannt, der das Amt von 1957 bis 1969 innenhatte.

Das denkmalgeschützte Gebäude selbst ist schon 1531 erbaut worden und diente unterschiedlichen Zwecken. 1846 wurde es zum Rathaus. Das blieb es auch bis 1972, als die Verwaltung ins heutige Rathaus umzog.

In der Folge wurde das Gebäude zum Kulturhaus, in dem auch die Stadtbibliothek und die Volkshochschule ansässig waren. ui