Im Wohnstift Hansegisreute der Evangelischen Heimstiftung haben sich sechs Bewohner mit Covid-19 infiziert. Auch zwei Mitarbeiter der Einrichtung wurden positiv getestet. „Es ist nur ein Wohnbereich betroffen, der jetzt unter Quarantäne steht“, erläutert Jan Mehner, Regionaldirektor der Evangelischen Heimstiftung. In diesem Bereich seien momentan auch keine Besuche möglich. Der erste Fall trat bereits vor zehn Tagen auf, als eine Bewohnerin des Pflegeheims wegen einer anderen Erkrankung ins Klinikum kam. Sie wurde dort positiv auf Corona getestet, hatte aber laut Mehner keine Symptome.

Schnelltests vor Dienstantritt

Daraufhin seien alle anderen Bewohner des Bereichs und das Personal getestet worden. Weitere fünf Senioren sowie eine Mitarbeiterin hatten sich angesteckt. „Da wir die Mitarbeiter, die Kontaktpersonen waren, gebraucht haben und nicht in Quarantäne schicken konnten, haben wir sie jeden Tag vor Dienstantritt mit Schnelltests getestet“, erläutert der Regionaldirektor. Bei einem solchen Schnelltest sei ein weiterer Fall beim Personal festgestellt und durch einen Labortest bestätigt worden. Die betroffenen Mitarbeiter seien in Quarantäne. Den infizierten Bewohnern gehe es soweit gut, sie hätten meist keine Symptome, sagt Jan Mehner. „Wir hoffen, dass es so bleibt.“

Vor einer Woche hat das Gesundheitsamt außerdem alle Bewohner und Mitarbeiter des Wohnstifts Hansegisreute getestet. „Dabei gab es zum Glück keine weiteren Fälle“, so Mehner. Zwar warten die über 80 Einrichtungen der Evangelischen Heimstiftung noch auf die bestellten Schnelltests, mit denen dann auch Besucher getestet werden können, einen kleinen Vorrat habe die Heimstiftung aber bereits für jede Einrichtung angeschafft. „Den haben wir jetzt komplett verbraucht“, so Mehner.

Das Testmobil kommt

„Sobald es Corona-Verdachtsfälle in Pflegeeinrichtungen gibt, machen wir vor Ort Abstriche“, erläutert Christoph Bauer, Leiter des Heidenheimer Gesundheitsamtes. Wenn Personal betroffen sei, schicke das Gesundheitsamt das Testmobil zu den Betroffenen nach Hause. „Das geschieht immer noch am selben Tag, egal, um welchen Wochentag es sich handelt“, so Bauer. Wenn es notwendig sei, weil jemand beispielsweise starke Symptome habe, könne man auch einen Schnellabstrich machen.

Wie schlimm Ausbrüche in Pflegeeinrichtungen sein können, habe man zu Beginn der Pandemie im Giengener Paul-Gerhardt-Stift lernen müssen, so der Leiter des Gesundheitsamts. Dort gab es 63 Infektionen und 17 Todesfälle. „Wir wollen sehr schnell reagieren und aktiv eingreifen“, sagt der Mediziner.

Corona-Ausbruch in Hermaringer Pflegeheim Zehn Bewohner und fünf Mitarbeiter positiv getestet

Hermaringen

Giengen