Heidenheim / Manuela Wolf Für den ersten Premium-Wanderweg in Schwaben lässt sich der Heidenheimer Manfred Pech zum sogenannten Wegepaten ausbilden.

Die Liebe zur Natur, sie wurde Manfred Pech in die Wiege gelegt. Er wuchs bei den Großeltern auf, die den kleinen Jungen mitnahmen in die Berge, in die Wälder, frische Luft, eine satte Sommerwiese, ein idyllischer Bachlauf, es macht ihn auch heute noch glücklich, im Freien zu sein.

„Als ich in der Neuen Woche gelesen habe, dass Wegepaten für einen neuen Premium-Wanderweg entlang der Donau gesucht werden, habe ich mich sofort für die Informations-Veranstaltung angemeldet“, sagt der Heidenheimer. „Ich bin inzwischen im Ruhestand und habe Zeit, etwas für die Gesellschaft und auch für die Natur zu tun.“

60 Kilometer von Günzburg bis Schwenningen

„DonAuwald“ heißt die gut 60 Kilometer lange Strecke, die von Günzburg bis Schwenningen führt, vorbei an Altwässern und Burgen, durch den Auwald, oft auf schmalen Pfaden. Im Oktober soll der Weg freigegeben werden. Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Schilder müssen angebracht werden. Hier und da wachsen Himbeer- und Brombeersträucher zu üppig. Handläufe kleiner Holzbrücken werden ausgebessert. Die am Weg liegenden Gastronomie- und Übernachtungsbetriebe bereiten sich auf zusätzliche Gäste vor.

Die Wegepaten warten unterdessen auf die Zuteilung des Teilstücks, für das sie später verantwortlich sein werden. Weil bei jeweils nur einem Zuständigen und nur zwei Kontrollen pro Jahr Mängel für viele Monate unentdeckt bleiben könnten, sind Überschneidungen gewollt. Je früher umgestürzte Bäume, von Starkregen ausgewaschene Pfade oder wilde Müllablagerungen gemeldet werden, desto schneller können Gemeinden, Forstwirte oder auch der eigens für diesen Weg zuständige Waldwart reagieren.

Das Siegel Premium muss alle drei Jahre erneuert werden

Kleinere Schäden werden die Kontrolleure selbst beheben. Dafür bekommen sie eine Grundausstattung mit handlicher Astschere und ähnlichen Hilfsmitteln zur Verfügung gestellt. Pech: „Das Deutsche Wanderinstitut überprüft alle drei Jahre, ob die Wanderwege noch Premium-Qualität haben. Auch deshalb ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass alles in Ordnung ist.“ Dass die Ehrenamtlichen nicht haften müssen für Unfälle auf ihrem Teilstück, war dem Heidenheimer wichtig: „Selbst wenn wir mal etwas übersehen und deshalb jemand stolpert, gilt im Wald, dass das Begehen auf eigene Verantwortung erfolgt.“

Der 65-Jährige ist gelernter Bankkaufmann. Über Jahrzehnte hinweg war ihm das Wandern Ausgleich zur Büroarbeit. Oft verbrachte er die Wochenenden in landschaftlich reizvollen Regionen und unternahm ausgedehnte Tagestouren. Aus gesundheitlichen Gründen beschränkt er sich inzwischen auf die angrenzenden Landkreise und ist damit nicht unglücklich. Denn ob Ulm, Nördlingen oder Bad Urach, auch rund um Heidenheim gibt es viele interessante Ausflugsziele.

Mit „DonAuwald“ ist nun ein weiteres hinzugekommen. Manfred Pech wird vermutlich die Verantwortung für einen rund sechs Kilometer langen Abschnitt bei Lauingen übernehmen – und regelmäßig dort unterwegs sein. Ihm gefällt die dortige Gegend mit ihren zahlreichen Kirchen, Burgen und Gartenwirtschaften. Sie soll nun ausgiebig erkundet werden.

Start ist am Tag der Deutschen Einheit

Günzburg, Offingen, Gundelfingen, Lauingen, Dillingen, Höchstädt: Schwabens erster Premium-Wanderweg wird am Donnerstag, 3. Oktober, also am Tag der Deutschen Einheit eingeweiht. An diesem Tag findet eine Eröffnungswanderung statt, zu der Teilnehmer von nah und fern eingeladen sind. Informationen zum Programm gibt es ab Juli unter www.donautal-touren.de

Jede einzelne Etappe hat Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr. Der Premiumwanderweg kann deshalb auch immer am jeweiligen Bahnhof gestartet oder beendet werden. mw