Am Freitagvormittag wurde schon der Abrissbagger angeliefert und in der kommenden Woche soll der Abbruch des Gebäudes auf dem Reifen-Hopp-Areal an der Karlstraße beginnen. Die frühere Reifenwerkstatt hat längst geschlossen und das Grundstück gegenüber der Dualen Hochschule wurde von der in Aislingen ansässigen Xaver Kling GmbH gekauft.

Wohnheim für Studenten

Und was liegt näher, als in diesem Umfeld ein Wohnheim für Studierende zu bauen? Genau das nämlich soll nach dem Abriss der bestehenden Gebäude geschehen. „Wir denken, dass wir die Gebäude in den kommenden 14 Tagen abgerissen bekommen, natürlich findet das auch unter archäologischer Beobachtung statt“, erklärt Ralf Frey, Geschäftsführer der Kling Wohn- und Gewerbebau GmbH, die ein Teil der Kling-Gruppe ist. Da nämlich nicht das gesamte 600 Quadratmeter große Areal unterkellert und überbaut ist, könnte es durchaus sein, dass sich hier noch Spuren aus längst vergangenen Zeiten finden lassen.

Das Wohnheim soll gegenüber der Dualen Hochschule entstehen.
Das Wohnheim soll gegenüber der Dualen Hochschule entstehen.
© Foto: Krämer, Architekturbüro

Baubeginn im Herbst

Sollte der Abriss reibungslos über die Bühne gehen und es keine bedeutenden archäologischen Entdeckungen geben, die für Verzögerungen sorgen könnten, dann ist geplant, Ende September mit der Neubebauung zu beginnen. Zwar werden die Gebäude abgebrochen, das Untergeschoss jedoch soll erhalten bleiben und dem späteren Wohnheim nach diversen statischen Anpassungen als Keller dienen.

Auf dem gut 40 Meter langen Grundstück soll das Wohnheim entstehen, das entlang der Straße über vier vollständige Geschosse verfügt. Das oberste Stockwerk wird wie ein Penthouse nur etwa die Hälfte der Fläche einnehmen. Auf der Rückseite verjüngt sich das Gebäude terrassenartig nach oben hin. Das Unternehmen plant, die Flachdächer zu begrünen, für Warmwasser und Heizenergie soll eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sorgen.

33 neue Wohneinheiten

In dem Neubau sollen 850 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche entstehen, alles in allem sind 33 Wohneinheiten geplant. Vermietet werden die Studentenwohnungen über die Mutterfirma Xaver Kling GmbH. Die zwischen 20 und 30 Quadratmeter großen Zimmer sollen komplett möbliert werden, eines der Zimmer soll auch behindertengerecht ausgebaut werden. Da die Studentinnen und Studenten der Dualen Hochschule im vierteljährlichen Wechsel an der DH und in ihren Betrieben sind, ist vorgesehen, dass sie die Zimmer auch gleich für mehrere Semester buchen können.

Bauzeit liegt bei etwa zwei Jahren

Beginnen die Bauarbeiten pünktlich Ende September, dann können wohl Mitte 2024 die ersten Studenten einziehen. Frey rechnet mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren, vielleicht auch nur 18 Monaten. Die geschätzten Baukosten für das Wohnheim liegen Frey zufolge bei 4,5 Millionen Euro.

Ganz einfach werden die Abriss- und Bauarbeiten voraussichtlich nicht. Da das Grundstück recht schmal ist, bleibt wenig Platz für Baumaterial und -maschinen. Frey geht davon aus, dass die Karlstraße in diesem Bereich teilweise halbseitig gesperrt werden muss, etwa wenn ein Autokran aufgestellt werden muss. Doch auch dann werden die Schloss-Arkaden und andere Grundstücke erreichbar bleiben, etwa über die Schnaitheimer Straße und die Marienstraße.

Vom „Felsen“ nichts Neues


Nicht weit entfernt vom künftigen Studentenwohnheim hat die Firma Kling noch ein weiteres Bauprojekt: den ehemaligen „Felsen“. Auch dieses, zuletzt als Kneipe genutzte, kleine Gebäude hat das Unternehmen gekauft. Hier soll Frey zufolge eine Art Studentencafé eingerichtet werden. Zuvor allerdings muss das Gebäude, das früher auch mal ein Lebensmittelgeschäft war, kernsaniert werden.

Diese Planungen gibt es Frey zufolge nach wie vor, doch bisher ist noch nichts geschehen und es gibt auch noch keinen konkreten Zeitplan. „Ich denke, wir werden das parallel zum Bau des Wohnheims machen, aber der ,Felsen‘ hat aktuell keine Priorität“, so der Geschäftsführer.