Kreis Heidenheim / osm Im Ernstfall zählt jede Sekunde. Bei Leistungsvergleichen messen sich Retter des DRK aus dem Kreis regelmäßig erfolgreich.

Keine Rettung ohne Praxistest: Für die ehrenamtlichen Helfer des Roten Kreuzes gehört die Erstversorgung von Verletzten zum Alltag. Egal ob bei Spielen des FCH, im Naturtheater oder bei Einsätzen im Rahmen der Opernfestspiele. Wenn schnelle Hilfe Not tut, sind die Freiwilligen aus den Bereitschaften des DRK im Kreis Heidenheim oft als Erste am Einsatzort – noch bevor Rettungsdienst und Notarzt eintreffen.

Ganz ohne regelmäßige theoretische und praktische Weiterbildung und Wiederauffrischung von bereits existierendem Wissen wären diese Jobs kaum zu erledigen. Und das ist der wesentliche Grund, warum sich diverse Bereitschaften regelmäßig bei Leistungsvergleichen zusammenfinden, um den Ernstfall quasi in Echtzeit zu simulieren. Erst vor kurzem hatten sich dazu gleich fünf Teams aus dem Kreis Heidenheim für den Landesentscheid in Nürtingen qualifiziert – dabei traten überhaupt nur 17 Teams aus dem gesamten Land an.

Kurzfristig hatte dann zwar die Hürbener Bereitschaft mangels ausreichender Teilnehmer (mindestens fünf sind vorgeschrieben) passen, dennoch bewerten die verbliebenen Teams aus Giengen (zwei Gruppen), Mergelstetten und Niederstotzingen die Teilnahme als vollen Erfolg. „Wenn man überlegt, dass Niederstotzingen Vierter und wir gemeinsam mit Giengen Fünfter wurden, ist das doch ein sehr erfolgreicher Leistungsvergleich gewesen“, sagt Nicole Liebenow, Leiterin der DRK-Bereitschaft Mergelstetten. Zumal die Mergelstetter Bereitschaft zusätzlich noch den ersten Platz in der Sonderwertung „Menschliche Zuwendung“ abräumte.

Die Erfolge seien ein nettes Zubrot, sagt Miriam Baier von der Hürbener Bereitschaft. Sie zeigten aber vor allem, wie gut die DRK-Bereitschaften im Kreis ausgebildet seien und was man als Betroffener bzw. Verletzter im Ernstfall erwarten könne. „Die Wettbewerbe dienen dazu, dass wir die notwendige Praxis erlangen für unsere ehrenamtliche Arbeit“, erklärt Bernd Nieß, stellvertretender Bereitschaftsleiter von Niederstotzingen. Natürlich diene es auch als Selbsttest, um zu wissen, wo man stehe, aber auch, was man noch verbessern könne. „Und nicht zuletzt macht es uns allen großen Spaß, sich alleine oder im Team mit anderen zu messen“, ergänzt Miriam Baier. „Mir persönlich geht es nicht so sehr darum, dass ich mir selbst beweisen will, wie stark ich bin, sondern dass ich Erfahrungen sammeln kann“, sagt Ralf Thorwart, Bereitsschaftsleiter in Giengen.

Der Praxisalltag wird bei Wettbewerben dieser Art erprobt, dennoch achten die einzelnen Bereitschaften darauf, dass auch sonst die theoretischen und praktischen Grundlagen nicht zu kurz kommen. Wöchentliche Gruppenabende stellen meist ein bestimmtes Thema in den Mittelpunkt, weitergebildet wird auch regelmäßig an der Landesschule des DRK in Pfalzgrafenweiler. „Die Mühe, der Stress, auch der Ärger manchmal, das lohnt sich trotzdem“, sagt Nicole Liebenow. Die fachlichen Voraussetzungen innerhalb der DRK-Bereitschaften im Kreis seien hervorragend. Was fehle sei die Übung, vor allem aus zeitlichen Gründen. „Und deshalb nehmen wir an den diversen Entscheiden teil“, ergänzt Miriam Baier.

Wie man sieht, durchaus mit Erfolg.