Bereits zweimal habe man sich im Rathaus zu Planungen mit den Bauherren der Bahn AG getroffen, so Stadtplaner Martin Seemann. Bei der Bahn werden nach seinen Worten zwei Varianten geprüft: In jedem Fall geht es um zwei Aufzüge, mit denen Rollstuhlfahrer, Senioren mit Gehhilfe oder Eltern mit Kinderwagen endlich ohne Treppensteigen zu den Gleisen 2 und 3 gelangen sollen.

In einer Variante könnten sich die Planer aber auch einen neuen Treppenaufgang am Gleis 1 vorstellen, der direkt auf den Bahnsteig führt, Die Idee: Gäbe es eine alternative zur Haupttreppe in die Bahnhofshalle, könnte man das Gebäude abends schließen, was die leidigen Vandalismusprobleme mildern könnte.

Ein weiterer Treppenaufgang würde die Kosten – die Bahn rechnet mit rund zwei Millionen Euro – zwar erhöhen, aber die Folgekosten senken. „Die Entscheidung liegt bei der Bahn“, so Martin Seemann.

In jedem Fall müsste die Bahn sich in den nächsten Monaten entscheiden. Bekanntlich lockt die Stadt die Bahn mit finanziellen Zusagen zu mehr Tempo: Heidenheim ist bereit, sich freiwillig mit 338 000 Euro an den Planungskosten und mit 283 000 Euro (rund 15 Prozent) an den Baukosten zu beteiligen. Dies aber nur, wenn die Planungen noch 2012 abgeschlossen werden und der Bau noch 2013 beginnt. Ursprünglich wollte die Bahn den Umbau erst 2018 abschließen.

Das schnellere Tempo sei durchaus möglich, schätzt Martin Seemann, der daran erinnert, dass Stadt und Bahn zur Landesgartenschau 2006 auch die Bahnsteige in Heidenheim und Schnaitheim im „Eiltempo“ verlängert hatten.
Ein Problem könnte nach Informationen unserer Zeitung allenfalls noch die Genehmigung durch das Eisenbahn-Bundesamt werden, das allen Umbauten zustimmen muss. Die Berliner Behörde gilt als reichlich überlastet, der Abschluss von Genehmigungsverfahren kann bis zu einem Jahr auf sich warten lassen.