Angesichts der ersten Nachtfröste auf der Ostalb werden die Bauarbeiten an der Autobahnmeisterei in Oggenhausen zu einem Wettlauf mit dem bevorstehenden Wintereinbruch. Auf dem Betriebsgelände gleich neben der A 7 wird seit Sommer an einem neuem Salzlager gebaut, das in Kürze fertig sein soll.

Warum war der Neubau nötig? Die alte Salzlagerhalle stammt aus den Anfangszeiten der Autobahnmeisterei und war damit 40 Jahre alt. Ein Gutachten habe gezeigt, dass die notwendige Sanierung des Gebäudes unwirtschaftlich gewesen wäre, so die Auskunft vonseiten des Stuttgarter Regierungspräsidiums (RP).

Der Bund bezahlt die Investition

Deshalb sei die bestehende Halle abgebrochen worden und werde durch den Neubau ersetzt. Die Bauarbeiten haben im Sommer 2020 begonnen und sollen noch vor dem kommenden Winter so weit fertiggestellt werden, dass der Betrieb sichergestellt werden kann. Die Investitionskosten belaufen sich laut RP auf rund 1,5 Millionen Euro, die vom Bund getragen werden.

Vorrat auch für extreme Wetterlagen

Auch die Lagerkapazität wird dadurch erhöht um 200 Tonnen auf künftig rund 1000 Tonnen Streusalz. Zum Vergleich: Bei extremen Wetterlagen kam es laut früheren Angaben des Regierungspräsidiums schon vor, dass an einem Tag 300 Tonnen Streusalz benötigt wurden. Zudem gibt es Stützpunkte in Ebnat und im Jagsttal, wo weitere Streumittel gelagert werden.

Sole kann künftig selbst erzeugt weden

Damit der Winterdienst noch effektiver wird, erhält das Salzlager In Oggenhausen eine zusätzliche technische Ausstattung. Gebaut wird ein sogenannter Soleerzeuger, mit dem künftig Sole vor Ort hergestellt werden kann.Das zur Erzeugung benötigte Natriumchlorid wird in der Halle gelagert. Die Sole wird gebrauchsfertig in Vorratsbehälter untergebracht, die ein Fassungsvolumen von rund 100 000 Litern haben.

Warum Sole bei Eis besser wirkt

Zum Einsatz kommt die Sole zum einen als Haftmittel, damit das Streusalz nicht von der Straße geweht wird. Zum anderen werden Fahrbahnen auch präventiv besprüht, um die Glatteisbildung zu verhindern.

„Damit ist die Autobahnmeisterei Heidenheim gewappnet, um mit den sechs Streufahrzeugen den nächsten Winterdienst gewährleisten zu können“, so Julia Christiansen, Pressereferentin im Regierungspräsidium. Die Mitarbeiter sind zuständig für den 71 Kilometer langen Abschnitt zwischen Niederstotzingen und Dinkelsbühl.