Heidenheim / Die Stadtwerke Heidenheim AG zapft jetzt auch den Sonnenschein in Thüringen an: Der Energieversorger hat einen der größten Solarparks des Bundeslandes erworben.

Im März hat die zur Unternehmensgruppe der Stadtwerke Heidenheim AG gehörende Hellenstein Solar-Wind GmbH (die eigens zum Ausbau erneuerbarer Energien gegründet wurde) den großen Solarpark im thüringischen Greußen erworben und erweitert ihr Erzeugungsportfolio damit um rund 4,5 Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom im Jahr. Neben dem Bau der eigenen Windkraftanlage Ende 2012 in Trennewurth sowie der Beteiligung am On-Shore-Windpark in Suckow und dem Zuschlag des Landesforstes für den Windpark „Falkenberg“ bei Bartholomä zu Beginn des Jahres, geht die Stadtwerke AG damit innerhalb kurzer Zeit einen weiteren Schritt im Ausbau der regenerativen Energien.

Eine der größten Anlagen in Thüringen

Die Freiflächenanlage in Greußen, 30 Kilometer nördlich von Erfurt, ist eine der größten Anlagen in Thüringen. Der Solarpark erstreckt sich auf einer Fläche von rund 100 000 Quadratmetern, das entspricht einer Fläche von rund zehn Fußballfeldern. Fast 25 000 Module der Marke „Sunowe“ wandeln dabei das Sonnenlicht in elektrische Energie um und speisen mit Hilfe von 258 Siemens-Wechselrichtern den CO-2-frei produzierten Strom ins Netz ein. Das Solarkraftwerk hat eine Leistung von fünf Megawatt und kann damit jährlich nahezu 4,5 Millionen Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom produzieren. Das entspricht ungefähr dem Verbrauch von 1500 Durchschnittshaushalten.

Damit können jährlich rund 4000 Tonnen CO 2 im Vergleich zur Stromerzeugung in konventionellen Kraftwerken eingespart werden.

Damit rücken die Stadtwerke ihrem Ziel aus dem Energiekonzept 2020 immer näher: Stadtwerke-Pressesprecher Ingo Wolf: „Das Projekt ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, den Anteil an grünem Strom in unserem Stromportfolio auf 100 Millionen Kilowattstunden im Jahr zu steigern.“ Das entspricht dem Jahresverbrauch aller Heidenheimer Haushalts- und Gewerbekunden.

Ein Mix aus Erzeugungsarten an verschiedenen Standorten

Die Inbetriebnahme des Solarparks erfolgte bereits Ende 2011. Am 19. März 2013 wurde der Kaufvertrag mit der Sunowe Solar GmbH unterschrieben, welche den Park geplant und projektiert sowie die hochwertigen, monokristallinen Solarmodule geliefert hat.

Der Solarpark stellt laut Sicht der Stadtwerke eine „perfekte Ergänzung des geplanten, grünen Eigenerzeugungsportfolios§ des Energieversorgers dar. Wichtig sei der Mix von verschiedenen Erzeugungsarten an verschiedenen Standorten. Im Winter wird vorrangig der Strom aus Windenergie erzeugt, im Sommer aus Solarenergie. Durch Anlagen an verschiedenen Standorten können Schwankungen im Wind und der Sonnendauer ausgeglichen werden.

Mit ihrem Energiekonzept 2020 verfolgt die Stadtwerke Heidenheim AG ein selbst entwickeltes Nachhaltigkeitskonzept: Mehr als 100 Millionen Kilowattstunden Strom werden jährlich von den Heidenheimer Haushalten und Gewerbebetrieben benötigt. Diese Menge wird heute bereits zur Hälfte durch regenerative Energien gedeckt.

Zusätzlich müssen bis zum Jahre 2020 also noch rund 50 Millionen Kilowattstunden Strom durch erneuerbare Energien produziert werden. Das kostet dem Energieversorgungsunternehmen zunächst eine Menge Geld.

Nach Angaben von Stadtwerke-Vorstand Dieter Brünne, liegt das Investitionsprogramm allein im Bereich dieser regenerativen Energien für die kommenden Jahre bei rund 50 Millionen Euro.