Heidenheim / Silja Kummer Die Evangelische Heimstiftung muss vier Millionen Euro mehr als geplant bezahlen, um den achtstöckigen Bau ihrer Pflegeeinrichtung aus den 1970er-Jahren zu modernisieren.

Etwas länger als geplant ist die Pause zwischen zwei Bauphasen im Pflegezentrum Hansegisreute geworden: Vor rund einem Jahr wurde der erweiterte und modernisierte sogenannte C-Bau eingeweiht, im August 2018 hätte es bereits mit der Sanierung des achtstöckigen Haupthauses weitergehen sollen. Erst jetzt hat der Umbau begonnen, was laut Dr. Alexandra Heizereder, Pressesprecherin der Evangelischen Heimstiftung in Stuttgart, vor allem daran lag, dass kein Generalunternehmen gefunden werden konnte, sondern die Gewerke einzeln ausgeschrieben werden mussten. Zudem sind die Gesamtkosten für das Projekt um etwa vier Millionen Euro gestiegen, was Heizereder auf die Konjunktur im Bauwesen zurückführt. Die Evangelische Heimstiftung rechnet jetzt mit Kosten von etwa 12,4 Millionen Euro.

Unterschiedliche Wohnungen

„Die schwierigste Aufgabe bestand darin, für den achtstöckigen Bau aus den 1970er- und 1990er-Jahren ein zukunftsfähiges Konzept zu entwickeln“, sagt Alexandra Heizereder. Nach Prüfung verschiedener Varianten wurde ein Konzept beschlossen, bei dem fünf verschiedene Wohnungstypen in unterschiedlichen Größen und mit eigenem Bad geschaffen werden. Die bisher sehr großen Wohnbereiche sollen zu kleinräumigen Hausgemeinschaften mit jeweils eigenem Aufenthaltsbereich umgebaut werden. Fenster, Vollwärmeschutz, Haustechnik mit Brandschutz, Bewohnerbäder, Beleuchtung, Farbkonzept und Innenausstattung will die Heimstiftung dabei auf Neubaustandard bringen. Aus den vorhandenen 162 Zimmer mit Doppelbädern werden 102 Appartements mit eigenem Bad und 18 betreute Wohnungen.

Der Umbau erfolgt in zwei Abschnitten: Zunächst ist etwa die Hälfte der Bewohner innerhalb der Hansegisreute umgezogen, damit der erste Teil umgebaut werden kann. Dieser Abschnitt soll im April 2020 fertig sein, dann geht es mit dem zweiten Bauabschnitt weiter. Im April 2021 rechnet man mit der kompletten Fertigstellung.

Birkenhain und Eichengrund

Erneuert soll bei der Evangelischen Heimstiftung nicht nur der Gebäudebestand werden, sondern auch die Namen wurden ertüchtigt: Seit dem 1. Januar heißt die Traditionseinrichtung in der Heidenheimer Altenpflege „Wohnstift Hansegisreute“.

Und auch die Häuser haben klangvolle Namen bekommen: Birkenhain (vormals C-Bau), Eichengrund (vormals A- und B-Bau), Hellenstein, Brenztal und Albblick.

Im Haus Birkenhain, dessen Sanierung bereits abgeschlossen ist, gibt es 60 Einzelzimmer auf zwei Ebenen, die nach der Renovierung mit Bad und Balkon ausgestattet sind. Diese sind pro Stockwerk in jeweils zwei Hausgemeinschaften mit 15 Bewohnern eingeteilt.

Der Träger des Wohnstifts Hansegisreute ist die Evangelische Heimstiftung GmbH mit Sitz in Stuttgart. Diese betreibt 86 Einrichtungen in Baden-Württemberg mit insgesamt 6745 Pflegeplätzen.

Neue Heimleiterin wird eingesetzt

Auch personell gibt es Neues im Wohnstift Hansegisreute: Der bisherige Hausdirektor Jan Mehner hat im September 2019 die Regionaldirektion Heidenheim übernommen.

Seine Nachfolgerin ist seit dem 1. Januar 2019 die Hausdirektorin Veronika Bruckner (Bild). Sie hat über viele Jahre den Sozialdienst in der Hansegisreute in Heidenheim geleitet und war zuletzt im Pflegestützpunkt des Landkreises Heidenheim tätig. Die offizielle Amtseinsetzung von Veronika Bruckner und Jan Mehner findet am 14. Februar in der Hansegisreute statt.