Heidenheim / Kathrin Schuler Das Event soll künftig mehr mit den Jahreszeiten gehen: Statt Glühwein und Langos gibt’s im Herbst Hexentrunk und Teufelswurst. Auch beim Küferfest gibt es Neuerungen.

Mit Küferfest und Winterdorf hat Heidenheim zwei Veranstaltungen, die mittlerweile fest etabliert sind: Sie beleben die Innenstadt und locken regelmäßig auch zahlreiche Besucher von außerhalb in die Stadt. Und trotzdem soll sich bei beiden Veranstaltungen nun etwas verändern, wie der Gemeinderat bei seiner Sitzung beschloss.

Organisiert von Georg Löwenthal war das Winterdorf  auf dem Eugen-Jaekle-Platz bisher für die Stadt Heidenheim eine Veranstaltung, die keinen Aufwand und nur geringe Kosten verursachte. Mit rund 100 000 Besuchern war das Winterdorf zudem gut besucht.

Doch gleichzeitig gab es auch Kritik: „Auf dem Winterdorf hatte es bislang keine regionalen Anbieter, keine kulinarischen Highlights und das Angebot war durchwachsen“, so Johannes Schenck vom City-Marketing der Stadt. Auch die Dauer wurde bemängelt: Mit Beginn im Oktober war von der eigentlich namensgebenden Jahreszeit meist noch nichts zu spüren.

Kürbisse statt Glühwein

Darum soll sich das Winterdorf in diesem Jahr an die Saison anpassen: „Vom 24. Oktober bis zum 15. November steht die Veranstaltung im Zeichen von Herbst, Erntedank und Halloween“, sagte Schenck. Danach soll sich auch das kulinarische Angebot sowie die Dekoration richten.

Damit daraus eine runde Sache wird, soll am 30. Oktober eine große Halloween-Party auf dem Jaekle-Platz steigen: Mit Teufelswurst und Hexentrunk statt Glühwein und Langos – und natürlich jeder Menge Kürbissen und verkleideten Mitarbeitern in den Buden. Erst ab dem 16. November soll dann das Winterdorf in seiner bisherigen Erscheinungsform auftreten.

Weniger Bling-Bling erwünscht

Bei den Stadträten stießen diese Neuerungen auf Zustimmung: „Es war doch bisher immer ein bisschen komisch und unpassend, wenn im Herbst das Winterdorf eröffnet hat“, sagte Hans Kurowski von den Grünen. Weniger Bling-Bling, dafür mehr Winter, wünschte sich auch die CDU-Fraktionsvorsitzende Petra Saretz.

Zudem sollen ab diesem Jahr die regionalen Gastronomen beim Winterdorf miteinbezogen werden: Drei Hütten können – 2019 noch kostenlos – gemietet werden. Voraussetzung ist allerdings, dass durch die dort verkauften Speisen das bisherige kulinarische Angebot erweitert wird. Ziel sei es auch, mit mehr vegetarischem und veganem Essen eine neue Zielgruppe anzusprechen sowie auf aktuelle Trends einzugehen.

Kontinuität ist angesagt

Während die Stadt beim Winterdorf auf Neuerungen setzt, steht bei den Änderungen beim Küferfest der Aspekt der Kontinuität im Vordergrund. Das Küferfest findet in diesem Jahr bereits zum 24. Mal statt. Dabei wechselte in der Vergangenheit jedoch bereits häufig der Veranstaltungspartner.

2019 wird das Küferfest von Kai Motzygemba veranstaltet, der bereits in den vergangenen zwei Jahren der Veranstalter war: Wenn der Vertrag mit der Stadt Heidenheim nicht bis Ende September gekündigt wird, soll er automatisch um weitere drei Jahre verlängert werden. Und nachdem beim Küferfest im vergangenen Jahr mit rund 30 000 Besuchern ein neuer Rekord aufgestellt wurde, sagte Motzygemba bereits 2018, dass er weitermachen wolle.

Keine Sponsoren in Sicht

Doch das Küferfest hat vor allem ein Problem: Die Veranstaltung ist stark defizitär. Trotz aller Einsparmaßnahmen übersteigen die vorhersehbaren Ausgaben die geplanten Einnahmen um rund 10 000 Euro. „Was die Suche nach Sponsoren angeht, stehen wir dieses Jahr auf verlorenem Posten“, sagte Schenck – und das obwohl bereits Kontakt mit 176 Unternehmen aufgenommen wurde.

Darum greift die Stadt der Veranstaltung künftig noch mehr unter die Arme: Bisher gab es 6000 Euro, für das diesjährige Küferfest stimmte der Gemeinderat einem Zuschuss in Höhe von 10 000 Euro zu. Künftig soll jährlich mit dem Veranstalter neu verhandelt werden, mit welcher Summe die Stadt das Weinfest unterstützt.

Wann Winterdorf und Küferfest stattfinden

Das diesjährige Küferfest dauert wie bislang fünf Tage und findet auf dem Friedrich-Degeler-Platz um das Heidenheimer Rathaus statt. Los geht es am 31. Juli. Neben der Weinvielfalt wird außerdem ein musikalisches Rahmenprogramm geboten sein.

Das Winterdorf startet in diesem Jahr am 24. Oktober – allerdings herbstlicher als bisher. Glühwein gibt es in diesem Jahr erst ab dem 16. November. Wie üblich hat das Winterdorf am 23. Dezember zum letzten Mal geöffnet.