Heidenheim / bren Martin Grath will im kommenden Jahr sein Landtagsmandat verteidigen. Der Kreisverband der Grünen nominierte den Heidenheimer mit überwältigender Mehrheit. Eine Überraschung gab es bei der Kür des Ersatzkandidaten.

Deutlicher geht es kaum: Lediglich eine Stimme fehlte, und Martin Grath wäre mit dem Traumergebnis von 100 Prozent zum Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die Landtagswahl im nächsten Jahr bestimmt worden. Die für April angesetzte, aber wegen Corona verschobene Nominierung fand jetzt im Herbrechtinger Kloster statt.

Eine überraschende Antwort gab es auf die Frage, wer Grath als Ersatzkandidat im Wahlkampf begleiten soll. Unter drei Bewerbern setzte sich die 25-jährige Heidenheimerin Clara Resch durch.

Verweis auf erfolgreiche Arbeit

Grath beschrieb eingangs die Themen, die ihn seit seiner Wahl vor vier Jahren in Stuttgart beschäftigen. Zehn seiner elf Anträge konnte er seither erfolgreich durchsetzen. Er erinnerte an den Archäopark, sein Engagement zur Einführung der Bio-Muster-Region im Kreis, die Delegiertenkonferenz in Heidenheim und den Bürgerdialog mit der gesamten grünen Regierungsmannschaft.

Grath sagte, er sei bei allen Erfolgen noch nicht fertig mit seinen Vorhaben. Deshalb sei es ihm wichtig, erneut in den Landtag gewählt zu werden. Als Ziel für die nächste Legislaturperiode bezeichnete er es, den ökologischen Wandel weiter zu begleiten. Unter anderem sollten landeseigene Küchen überwiegend regionale und ökologische Produkte verwenden.

Ausbau der Brenzbahn ist wichtiges Ziel

Auch der Bau des zweiten Würfels der Dualen Hochschule sowie der Ausbau der Brenzbahn stehen ganz oben auf seiner Agenda. „Hier darf es nicht zu weiteren Verzögerungen kommen“, so Grath. Immer wieder erinnerte er die Anwesenden daran, wie wichtig ihr Engagement vor Ort sei.

Drei Bewerber gab es für die Ersatzkandidatur. Der Zerspanungsmechaniker und studierte Wirtschaftswissenschaftler Marc Gergeni (45), verheirateter Vater zweier Töchter, war Präsident der Wirtschaftsjunioren Ost-Württemberg und mehrere Jahre lang Kreissprecher der Grünen.

Die 25-jährige Clara Resch sieht sich im Team mit Grath als Bindeglied zu den jungen Menschen. Resch hat European Studies in Passau studiert. Aktuell pendelt sie nach Augsburg, um ein Masterstudium in Sozialwissenschaften abzuschließen. Ihre politischen Schwerpunkte sind die Frage der sozialen Gerechtigkeit und der gesellschaftliche Zusammenhalt.

Es folgte der 56-jährige Frank Schied. Er ist Biolandwirt im Nebenerwerb, verheiratet und hat zwei Kinder. Er hat allgemeine Agrarwissenschaften studiert und sammelte als Referatsleiter in der Landesverwaltung Erfahrungen. Seit 2004 sitzt Schied im Gerstetter Gemeinderat, war ehrenamtlicher Ortsvorsteher von Heuchlingen und ist seit 2014 im Kreistag, aktuell als Fraktionsvorsitzender. Außerdem engagiert er sich im Regionalverband.

Entscheidung im ersten Wahlgang

Schlussendlich wurde Clara Resch im ersten Durchgang zur Ersatzkandidatin gewählt.

Der Wähler hat ein politisches Erdbeben ausgelöst: Im Land Baden-Württemberg und nicht minder im Wahlkreis Heidenheim. Martin Grath hat für die Grünen das Direktmandat geholt. Kultusminister Andreas Stoch hat gute Chancen, erneut für die SPD ins Parlament einzuziehen, für den CDU-Landtagsabgeordneten Bernd Hitzler scheint der politische Abschied nahe. Und die AfD? Für Dr. Heiner Merz ist Stuttgart in Reichweite.