Heidenheim / Andreas Uitz Schon als Anfang der 1990er Jahre darüber nachgedacht wurde, für den Rinderberg einen Bebauungsplan festzusetzen, gab es Widerstand im Gemeinderat. Er kam von den Grünen.

Allen voran war es der Fraktionschef der Grünen im Heidenheimer Gemeinderat, Michael Sautter, der sich gegen den Flächenfraß und die Zerstörung der Natur wandte. „Damals, 1993, gab es auch Bedenken von Seiten der Träger Öffentlicher Belange“, erinnert sich Sautter.

Aber auch im Gemeinderat sei der Satzungsbeschluss nicht einstimmig verabschiedet worden. „Etliche Mitglieder waren dagegen, parallel zum Brenztal eine weitere Industrieschiene zu eröffnen“, so Sautter. Doch es kam anders, wie die zahlreichen Gewerbegebiet entlang der Autobahn zeigen.

Auch wenn der Bebauungsplan schon seit Jahrzehnten rechtsverbindlich ist, hat sich an seinem Widerstand gegen eine Bebauung auf dem Rinderberg nichts geändert. Als im vergangenen Mai im Gemeinderat nichtöffentlich darüber abgestimmt wurde, das Gelände an Gazeley zu verkaufen, habe die gesamte Fraktion der Grünen dagegen gestimmt. „Für diese Art der Bebauung wollten wird den Wald nicht opfern“, so Sautter. Er persönlich hätte vielleicht anders gehandelt, hätte man hier produzierendes Gewerbe angesiedelt und hochwertige Arbeitsplätze geschaffen. „Wäre es Zeiss gewesen, hätte ich vielleicht anders abgestimmt“, sagt der Grünen-Fraktionschef.

Seit vergangener Woche sehen sich er und seine Fraktionskollegen im Gemeinderat verstärkt massiven Vorwürfen ausgesetzt, nichts gegen den Kahlschlag unternommen zu haben. „Aber das hätte nichts gebracht, weil es rechtlich keine Möglichkeit gab, das Verfahren zu verhindern oder aufzuhalten“, sagt Sautter. Auch Stellungnahmen hätten nichts gebracht.