Immer wieder waren am Dienstagvormittag bis in den frühen Mittag hinein Martinshörner in Heidenheim zu hören. Zahlreiche Polizeiautos, Krankenwagen und weitere Einsatzfahrzeuge fuhren durch die Innenstadt in Richtung Waldfriedhof, wo sich die Einsatzkräfte versammelten und eine Einsatzzentrale errichteten. Auch die beiden Heidenheimer Hundestaffeln wurden hinzugezogen.

Der Grund für das Großaufgebot an Rettungskräften: Ein zehnjähriges Mädchen aus dem Mittelrain war als vermisst gemeldet worden, sodass das gesamte Wohngebiet und das umliegende Gelände intensiv abgesucht wurde. Am frühen Nachmittag konnten die Eltern des Kindes endlich aufatmen: Rettungskräfte fanden das Kind wohlauf im Bereich des Mittelrains. Ein Hinweis aus der Bevölkerung, wo sich die Zehnjährige aufhalten soll, führte zum Erfolg, teilte die Polizei auf Anfrage mit.

Schon seit Sonntag vermisst

Das junge Mädchen war bereits zwei Tage zuvor von zu Hause verschwunden. Nachdem die Suche der Eltern erfolglos geblieben war, wandten sie sich an die Polizei. „Am Sonntagmittag ging die Vermisstenanzeige ein“, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm. Seither hatten Einsatzkräfte nach der Zehnjährigen gesucht, Ermittlungen wurden eingeleitet.

Nachdem das Kind auch am Dienstagmorgen noch nicht aufgefunden worden war, intensivierte die Polizei die Suche. Die beiden Hundestaffeln des Bundesverbands der Rettungshunde und des DRK Heidenheim wurden hinzugeholt. Zudem wurde der Bereich um den Mittelrain mit Drohnen des ASB Ulm und des DRK Biberach abgeflogen. Die unbemannten Fluggeräte waren mit Wärmebildkameras ausgestattet. Neben Polizeibeamten waren noch die Kreisbereitschaftsleitung des DRK und beide DRK-Einsatzeinheiten des Landkreises Heidenheim im Einsatz.

Um die Chance, das Kind zu finden, noch zu erhöhen, hätte zusätzlich eine Öffentlichkeitsfahndung herausgegeben werden sollen. „Wir waren bereits in der Vorbereitung dafür“, sagte der Pressesprecher der Polizei. Durch das Auffinden des Mädchens am Nachmittag sei dieser Schritt jedoch nicht mehr notwendig gewesen.

Mehrere Hinweise aus der Bevölkerung

Zudem seien auch ohne Fahndung mehrere Hinweise aus der Bevölkerung bei der Polizei eingegangen, so der Sprecher. Am Dienstagmorgen sei das Kind vor einem Geschäft im Mittelrain, am Mittag an einem Spielplatz in dem Wohngebiet gesehen worden. Aufgrund dessen hätten sich die Rettungskräfte auf die Suche im Mittelrain konzentriert.

Zur Motivation des Kindes und wo es sich zwei Tage lang aufgehalten habe, gab die Polizei mit dem Verweis auf den Schutz der Familie nichts bekannt.