Schon die neuen Schilder bemerkt? An den Landkreisgrenzen stehen seit einigen Wochen hochformatige Tafeln. Darauf begrüßt der Landkreis Heidenheim alle mit einem „Herzlich Willkommen“, die auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in den Landkreis kommen. Und verabschiedet die Gäste auf der Rückseite auch wieder mit einem „Auf Wiedersehen“.

Die Schilder sind schlicht, geben allerdings Orientierung. Ein roter Punkt zeigt an, wo man sich an der Landkreisgrenze gerade befindet.

Das sind die prominentesten Standorte an der Landkreisgrenze

31 Standorte wurden für die Willkommenstafeln ausgewählt. Die vier prominentesten sind wohl die am meisten frequentierten an den Bundesstraßen. Eines steht im Norden nahe der Wasserscheide zum Ostalbkreis an der B 19 zwischen Königsbronn und Oberkochen, im Westen an der B 466 zwischen Söhnstetten und Böhmenkirch zum Landkreis Göppingen, im Osten an der B 466 an der Einmündung K 3033 von Großkuchen nach Neresheim und im Süden an der B 492 auf der Ortsumgehung von Brenz nach Gundelfingen.

Damit ist der Landkreis Heidenheim kein unbekanntes Terrain mehr wie bislang. Denn alle sechs angrenzenden Landkreise ringsum hatten ihre Erkennungszeichen bereits Jahre zuvor gesetzt.

Was die sechs Nachbarlandkreise im Schilde führen

Welches nun das schönste aller Schilder ist, ist schwer zu sagen. Das auffälligste sicherlich ist das, das der Landkreis Göppingen errichtet hat. Denn der begnügt sich nicht mit einer Tafel wie alle anderen, sondern setzt auf eine massige Gabione aus Steinen, an der der Willkommensgruß hängt. Die Göppinger begnügen sich nicht mit einem kurzen Hallo und Ade, sondern zeigen sich selbstbewusst: „Schon alles entdeckt? Bis bald im Landkreis Göppingen. Überraschend. Besser.“ Das alles steht auf leuchtend grasgrünem Untergrund.

Mit Stein-Stelen macht der Landkreis Göppingen aufmerksam, wie hier am Standort Geislingen kurz vor dem Albaufstieg Richtung Gerstetten.
Mit Stein-Stelen macht der Landkreis Göppingen aufmerksam, wie hier am Standort Geislingen kurz vor dem Albaufstieg Richtung Gerstetten.
© Foto: Landkreis Göppingen

Die ersten drei Steingabionen wurden im November 2016 in Wiesensteig, Schlierbach und Hohenstadt aufgestellt. Mittlerweile stehen sie an 16 Standorten.

Sehenswürdigkeiten bei Grenzübertritt

Etwas auffälliger als die Heidenheimer sind auch die Grenzschilder des Ostalbkreises. Neugierig machen darauf Fotos, die Sehenswürdigkeiten aus der näheren Umgebung des aktuellen Standorts zeigen. Bei Neresheim ist es zum Beispiel das Kloster, bei Bopfingen der Ipf. Die Schilder stehen seit September 2016 an 30 Standorten entlang der Kreisgrenze an Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen.

Der Ostalbkreis wirbt mit Sehenswürdigkeiten, so wie hier mit dem Kloster Neresheim.
Der Ostalbkreis wirbt mit Sehenswürdigkeiten, so wie hier mit dem Kloster Neresheim.
© Foto: Rudolf Penk

Der Text lautet beim Einfahren „Herzlich Willkommen im Ostalbkreis“ und unter den Fotos steht „Ostalb erleben!“. Verlässt man den Ostalbkreis, heißt es „Auf Wiedersehen im Ostalbkreis“.

Der dritte baden-württembergische Nachbar, der Alb-Donau-Kreis, ist seit 2019 an den Grenzen beschildert an 30 Standorten. Zusätzlich wurde ein Schild an der Landesgrenze Illerrieden aufgestellt, weil diese Straße nach Bayern führt. Fährt man in den Kreis hinein, ist auf den 90 mal 90 cm großen Schildern „Herzlich Willkommen“ zu lesen. Verlässt man den Kreis, zeigt die Rückseite der Schilder „Auf Wiedersehen“, beides in Kombination mit dem blau-gelben Logo des Alb-Donau-Kreises und dem Wappen mit dem zweiköpfigen Adler.

Das Grenzschild des Alb-Donau-Kreises.
Das Grenzschild des Alb-Donau-Kreises.
© Foto: Rudolf Penk

Die Bayern machen es anders

Ein bisschen anders verhält es sich mit den drei bayrischen Nachbarlandkreisen. Die Bayern pflegen seit jeher, auf sich aufmerksam zu machen. Deshalb stehen bayernweit an jedem Landkreis kleine Schilder mit dem jeweiligen Landkreisnamen und -wappen. So handhaben es zum Beispiel die Landkreise Dillingen und Günzburg.

Dass man in den Landkreis Dillingen kommt, bemerkt man am Wappen mit zwei Löwen und einer Lilie.
Dass man in den Landkreis Dillingen kommt, bemerkt man am Wappen mit zwei Löwen und einer Lilie.
© Foto: Rudolf Penk

Speziell in Günzburg wurde die Beschilderung vergangenen Sommer und Herbst durch die Straßenmeistereien Günzburg und Krumbach ausgetauscht, sodass sich diese wieder in einem guten Zustand befindet.

Landkreis Günzburg begrüßt mit dem Wappen: silberner Halbadler und goldener Pfahl.
Landkreis Günzburg begrüßt mit dem Wappen: silberner Halbadler und goldener Pfahl.
© Foto: Rudolf Penk

Auf bayerischer Seite macht es einzig der Landkreis Donau-Ries etwas anders: An den höherrangigen Straßen steht neben den üblichen Wappen noch ein Schild mit dem Landkreislogo, das den Kratereinschlag und das Wasser der Donau symbolisiert, und der Aufschrift „Donau-Ries“. Diese Beschilderung wurde auf Nachdruck des Wirtschaftsförderverbands Donauries im Oktober 2018 angebracht.

Landkreis Donau-Ries: Neben dem Wappen gibt es ein weiteres Schild, das die Donauwellen und den Rieskrater symbolisiert.
Landkreis Donau-Ries: Neben dem Wappen gibt es ein weiteres Schild, das die Donauwellen und den Rieskrater symbolisiert.
© Foto: Rudolf Penk

Warum eigentlich diese Anstrengung um die Schilder?

Der Heidenheimer Landrat Peter Polta sagte, er erhoffe sich durch die Schilder ein noch größeres Identifikationsgefühl der Landkreisbevölkerung mit ihrem Landkreis. Gleichzeitig solle ein Willkommensgefühl geschaffen werden für Touristen, Pendlerinnen und Pendler und alle, die den Landkreis Heidenheim besuchen.

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