Schnaitheim / Marita Kasischke Bei der Premiere von „Die kleine Horrorvilla“ hatten die Besucher im Sasse-Theater viel Spaß.

Wären Ritas Mitbewohner nur ähnlich reich wie seltsam, sie müsste über einen Hausverkauf noch nicht einmal nachdenken. So aber gibt sie vor lauter Geldsorgen schweren Herzens eine Anzeige auf und bringt damit eine ganze Lawine an Ereignissen in Bewegung. Und was dabei alles passierte, das konnten die 99 Besucher am Sonntag im ausverkauften Sasse-Theater bei der Premiere von „Die kleine Horrorvilla“ von Mark Haberland erleben.Die Inszenierung in der Reihe „Junge Sasse“ bringt ein ganzes Bündel an jungen Talenten auf die Bühne, die unter der Regie von Lara Wöhler, Karin Mateja, Jacky Lechner und Heidi Pfeffer die Geschichte um den Immobilienverkauf voller Horror- und Humor-Hindernissen präsentieren.

Vampire und Kettenrassler

Die Sache ist nämlich die: Ritas Mitbewohner sind nicht von dieser Welt. Da sind die Vampirzwillinge Vanessa und Violet (Jana Poxleitner und Emily Mundt), die Mumie Magda (Anna Benz), die Hexe in Ausbildung Walpurga (Laura Frickinger), das kettenrasselnde Gespenst Judith (Rosa Heinemann), Werwolf Lucy (Julia Benning) und Zombie Frank (Leon Klotzbach), die mit Normalo Rita (Marina Richter) eine muntere Wohngemeinschaft bilden, in der sich jeder auf jeden verlassen kann, auch und gerade bei Absonderlichkeiten wie Schlafen in Särgen oder das Verlieren von Körperteilen.

Eine Zeitlang kann sich die kleine Horrorfamilie über Wasser halten, indem sie Führungen durch die Villa mit ordentlich Spuk und Grusel anbietet. Doch schließlich bleibt nichts als der Verkauf, und damit droht den Geisterwesen die Obdachlosigkeit. Und so ersinnen sie manch gespenstisch guten Plan. Doch zu den Tücken, die jeden Plan durchkreuzen, kommt auch noch Ghostbuster Wolfgang (Stefan Lochstampfer), der am Ende … nein, mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Auch die verschiedenen Verwicklungen sollen hier noch nicht preisgegeben werden. Nur so viel: Der vermeintliche Horror birgt allerhand Komik und Klamauk und macht das Zusehen zum Vergnügen ohne Grusel. Das gesamte Ensemble agiert voller Spielfreude und lebendig mit sichtlichem Spaß an der Rolle und der Geschichte und zeigt munter, dass Geister auch nur Menschen sind.

Bereits im September war mit den Proben begonnen worden, ein Zugeständnis an die Abiturienten im Ensemble, denen nach hinten ein wenig Luft verschafft werden sollte. Die lange gemeinsame Zeit macht sich im Zusammenspiel bemerkbar, genauso wie auch in der frischen natürlichen Spielweise.

Stimmige Kostüme

Ein paar Längen gibt es in dieser Inszenierung, aber die können locker mit ein wenig mehr Tempo wettgemacht werden. Dann werden auch die Pointen und die geradezu Schlag auf Schlag folgenden Wendungen noch besser zur Geltung kommen. Auch die Wesensmerkmale von Vampir, Zombie und Co. können noch deutlicher hervorgehoben werden; dies muss ja nicht allein Kostümbild und Maske vorbehalten sein, wobei beides durchaus stimmig ist.

Freilich mag auch das Premierenfieber seine Spuren hinterlassen haben. Doch soll hier nicht herumgemäkelt werden: Das Premierenpublikum hatte seinen Spaß und reichlich zu lachen.

So geht’s weiter

Die weiteren Aufführungen von „Die kleine Horrorvilla“ finden am Freitag, 22. März und am Freitag, 5. April, jeweils ab 19 Uhr statt. Am Freitag, 12. April, gibt es eine Sondervorstellung vom Erwachsenenstück „Kein Platz für Liebe“ ab 20 Uhr.