Dischingen / hz Leserbrief zum Kommentar „Was kommt nach der Schule?“ vom 13. Mai

Frau Torebko irrt, wenn sie ein Pflichtjahr als Missbrauch von Jugendlichen charakterisiert. Natürlich ist es eine Pflicht. Und genauso ist das Leben. Es macht nicht immer alles Spaß und manches kostet Anstrengung. Positiv dabei sind doch die Lebenserfahrungen, die man macht, und der Kontakt zu verschiedenen Menschen und die Einblicke in bis dahin vielleicht fremde Lebenswelten ganz in der Nachbarschaft, die man so gewinnt. Es ist auch kein Nachteil auf der Karriereleiter, wenn es alle machen müssen. Es ist Menschenbildung im besten Sinne. Kinder und Jugendliche wachsen in der Mehrzahl in Sicherheit und Wohlstand in unserem Land auf, sie profitieren von einer umfassenden Infrastruktur, einem gut ausgebautem Bildungssystem und erfahren sehr viel Verständnis und Toleranz selbst bei grobem Fehlverhalten. Da ist es doch nur recht und billig, wenn sie als junge Erwachsene Verantwortung für sich und die Allgemeinheit lernen und der Gesellschaft etwas zurückgeben. Es muss natürlich nicht immer und alles auf Heller und Pfennig abgerechnet werden, aber es muss die große Linie passen: Geben und Nehmen auf beiden Seiten ist gefragt. Deshalb: ja zum Pflichtjahr und nein zu einem schlechtem Gewissen deswegen.

Bernd Alexander Lorenz, Dischingen