Auf Bundes- und Landesebene wird das Thema Sicherheit der Energieversorgung aktuell stark thematisiert. Unter anderem hatte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz am 23. Juni 2022 die zweite Stufe des Notfallplans Gas, die sogenannte Alarmstufe, ausgerufen. Am 25. Juli fand zudem auf Landesebene ein Krisengipfel zur Gasversorgung statt.

Frühzeitig vorbereitet sein

Um die Thematik auf Landkreisebene aufzugreifen und im Bedarfsfall möglichst frühzeitig vorbereitet zu sein, haben sich auf Initiative von Landrat Peter Polta die Oberbürgermeister und Bürgermeister der Städte und Gemeinden sowie Verantwortliche von Energieversorgungsunternehmen im Landkreis Heidenheim zu einem Runden Tisch getroffen. Beteiligt waren zudem unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Industrie- und Handelskammer Ostwürttemberg und der Handwerkskammer Ulm sowie des Klinikums Heidenheim und der größeren Einrichtungen der Seniorenpflege. Aus dem Bereich Bevölkerungsschutz nahmen das DRK Heidenheim, das THW sowie der Kreisbrandmeister mit seinen Stellvertretern teil.

Bürger fortlaufend informieren

Landrat Peter Polta machte die Intention des offenen und konstruktiven Austausches deutlich: „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir schon heute Überlegungen anstellen müssen für den Fall, dass es im Herbst oder Winter eventuell Einschränkungen bei der Energieversorgung geben sollte. Dies betrifft nicht nur den Bereich der Gasversorgung.“ Der Runde Tisch zur Sicherheit der Energieversorgung im Landkreis Heidenheim sei eine gute Möglichkeit, alle relevanten Akteure zu vernetzen, die Lage zu bewerten sowie schon jetzt vorsorglich erste Handlungsempfehlungen für den Landkreis Heidenheim auszusprechen. „Im engen Schulterschluss mit den Städten und Gemeinden wollen wir für mögliche Szenarien gerüstet sein und die Landkreisbevölkerung fortlaufend informieren“, so Polta.

Im Zentrum der Veranstaltung stand die aktuelle und zukünftige Lage der Energieversorgung sowie eine Einschätzung hierzu von Versorgerseite. Erich Weber, Geschäftsführer Markt der Stadtwerke Heidenheim, informierte: „Aktuell gibt es keine Einschränkungen für unsere Kunden und wir werden vorsorglich alles Mögliche dafür tun, um sie weiterhin zu schützen.“

Schon jetzt Energie einsparen

Frank Reitmajer, Kaufmännischer Vorstand der EnBW ODR betonte: „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, nicht nur die Gasversorgung, sondern auch die Versorgung mit Strom im kommenden Herbst und Winter bestmöglich sicherzustellen.“ Und Matthias Steiner, Geschäftsführer der Netze ODR, wies eindringlich darauf hin: „Die Energie, die man jetzt einsparen kann, hilft immens, die Gasspeicher weiter zu füllen, um eine Gasmangellage im Winter zu verhindern.“

Wolfgang Rabe, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm Netze, ergänzte: „Dabei ist es wichtig, der Bevölkerung zu verdeutlichen, dass Energiesparen nicht nur das Einsparen von Gas, sondern auch von Strom und Wasser bedeutet.“ Dementsprechend wird auch das Thema Kommunikation und die Sensibilisierung und Einbindung der Landkreisbevölkerung bei Energieeinsparmaßnahmen ein wesentlicher Part eines gemeinsamen Vorgehens sein.

5-Punkte-Plan umsetzen

Bei Energieeinsparmaßnahmen im Landkreis wird den Kommunen ein Vorbildcharakter zukommen. In ihrem Vorgehen unterstützen die kommunalen Vertreterinnen und Vertreter und die Landkreisverwaltung im gemeinsamen Schulterschluss das Land Baden-Württemberg und dessen 5-Punkte-Plan zum Energiesparen. Dieser beinhaltet unter anderem die Empfehlungen, Wärme und Strom zu sparen und auf Homeoffice, Desksharing und Fahrgemeinschaften zu setzen. „Wir wollen die vom Land vorgeschlagenen Maßnahmen nach Möglichkeit auch im kommunalen Bereich umsetzen und damit ein starkes Zeichen der Geschlossenheit setzen“, so Bürgermeister Norbert Bereska, Vorsitzender des Kreisverbandes Heidenheim des Gemeindetages Baden-Württemberg.

Alle Beteiligten des Runden Tisches brachten zum Ausdruck, wie wichtig es sei, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und konstruktiv weiter zusammenzuarbeiten sowie den Dialog fortzusetzen.

Wie können die Bürger Energie einsparen?

Allen Bürgerinnen und Bürger wird das Energie-Sparbüchle des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg empfohlen, das auch als PDF heruntergeladen werden kann. Darin gibt es wertvolle Hinweise zur Energieeinsparung.