Als die Sambo-Abteilung während Corona-Krise Trainingsstunden online anbot, fiel schnell auf, dass etliche Jugendliche nicht mitmachten. Die Nachfragen brachten eine ernüchternde Erkenntnis. „Uns war nicht klar, dass das größte Problem der Jugendlichen nicht das fehlende technische Wissen oder eine schwache Netzverbindung ist, sondern schlicht und einfach die Armut“, berichtet Sambo-Abteilungsleiter Eduard Marker. Viele Familien hätten keine internetfähigen Endgeräte für ihre Kinder gehabt. “Unter diesen Bedingungen ist weder an Freizeitangebote noch an schulische Bildung über das Internet zu denken”, verweist Marker auf die weiterreichenden Folgen dieser finanziellen Notlagen.

Die Arbeiterwohlfahrt ist mit im Boot

Als gleichzeitiger Vorsitzender des Vereins Start hat sich Marker inzwischen mit Vereinskollegen und anderen Partnern zusammengetan. Im Awo-Markt für Gebrauchtes in Aufhausen ist eine Annahmestelle für gebrauchte Endgeräte eingerichtet, bei der jeder Bürger ausgediente Geräte spenden kann. Diese werden von den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Repair-Café geprüft und auf Werkseinstellung zurückgesetzt. Die internetfähigen Geräte werden danach im Awo-Markt für kleine Beträge mit Erlaubnis der Eltern und gegen Vorlage des Ausweises an Kinder und Jugendliche verkauft. Geräte und Käufer werden registriert, um Missbrauch und unerwünschten Handel zu vermeiden.

Bitten um Unterstützung

Unterstützt wird die Einrichtung unter anderem von der Grünen-Bundestagsabgeordneten Margit Stumpp. Finanzielle Förderung hat schon die Aktion Mensch zugesagt. Förderanträge wurden eingereicht bei der Hanns-Voith-Stiftung, der Jugendstiftung Baden-Württemberg und der Deutschen Postcode Lotterie.

Beratung zu Teilhabepaket

Familien, die eine Beratung zum Teilhabepaket für Kinder und Jugendliche benötigen, können bei Awo Arbeit & Bildung bei JMB (Jugend Migration Beratung) einen Termin ausmachen.