Heidenheim / Lena Krafft Steuerzahler müssen ihre Steuerklärung seit diesem Jahr erst Ende Juli einreichen. Doch die meisten waren deutlich früher dran.

Ungefähr 48 000 Menschen geben jährlich im Finanzamt Heidenheim ihre Einkommensteuererklärung ab. Seit 2019 gilt für sie alle ein späterer Abgabetermin: Steuererklärungen müssen nicht mehr, wie bisher, am 31. Mai, sondern spätestens am 31. Juli beim Finanzamt eingehen. Wer die Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins in Anspruch nimmt, hat sogar Zeit bis Ende Februar des nächsten Jahres.

Bisher kaum Auswirkungen

Im Kreis Heidenheim hatte der spätere Termin bisher jedoch keine ersichtlichen Auswirkungen. Die Steuerzahler gaben nicht später ab als im Jahr 2018. Das zeigen die aktuellen Zahlen. Das liege vermutlich daran, dass der neue Termin in der Öffentlichkeit noch nicht wirklich bekannt wurde, meint Friedrich Banzhaf, Oberamtsrat und Leiter der Geschäftsstelle des Finanzamts Heidenheim. Auch gibt es Zweifel, ob in näherer Zeit überhaupt noch Auswirkungen durch die verschobene Frist zu spüren sein werden.

Verlängerungen werden strikter gehandhabt

Eine Voraussage auf die Entwicklung der Eingangszeitpunkte in den kommenden Jahren wäre der Regierungsdirektorin und Amtsleiterin des Finanzamts, Olga Schießl, zufolge reine Spekulation. Sicher ist jedoch, dass ab jetzt Anträge auf Fristverlängerung strikter gehandhabt werden.

Verlängerung nur in Einzelfällen

Eine Verlängerung der Einreichungsfrist ist im Allgemeinen wie bisher nur in Einzelfällen möglich. Verlängert werden kann prinzipiell dann, wenn es einer Person nicht zumutbar ist, eine Steuererklärung abzugeben, zum Beispiel wenn sie länger schwer erkrankt.

Mahnverfahren gilt wie bisher

Das Mahnverfahren bei Nicht-Einhaltung des Abgabezeitpunkts gilt allerdings auch bei einer neuen verlängerten Frist weiter wie bisher. Wer also vergisst, seine Erklärung rechtzeitig abzugeben, erhält eine maschinell erstellte Anmahnung mit der Post. Sollte die Steuererklärung nicht innerhalb von 14 Monaten nach Ablauf des Besteuerungsjahres 2018 abgegeben werden, muss der Steuerzahler zusätzlich einen neuen, automatisch anfallenden Verspätungszuschlag zahlen. Pro Monat werden dann mindestens 25 Euro fällig.

43 Tage Bearbeitungszeit

Die Bearbeitung einer Steuererklärung und der Erhalt eines Erstattungs- oder eines Nachzahlungsbescheids dauern übrigens genau gleich lang. Beim Finanzamt Heidenheim sind das dieses Jahr im Schnitt 43 Tage. Dieser Wert ist jedoch nicht wirklich aussagekräftig, wie Olga Schießl anmerkt, da die Durchlaufzeiten der Erklärungen von verschiedenen Faktoren abhängen. Dazu gehören neben dem Abgabezeitpunkt auch die Personallage des Finanzamtes und ob die Papiere gleich vollständig abgegeben wurden.