Heidenheim / Klaus-Dieter Kirschner Das 70-jährige Bestehen des Kreisfeuerwehrverbands wurde im Rahmen eines fast sechsstündigen Festabends gefeiert. Michael Zimmermann tritt sein Amt im neuen Jahr an.

Der Landkreis Heidenheim war landesweit der letzte, der mit Rainer Spahr noch einen ehrenamtlichen Kreisbrandmeister hatte. Das ändert sich jetzt: Von kommendem Jahr an wird Michael Zimmermann, der bisher bei der Berufsfeuerwehr in Stuttgart tätig ist und außerdem als Kommandant die Gesamtfeuerwehr Gerstetten führt, dieses Amt hauptberuflich ausüben. Spahr bleibt weiterhin Heidenheims Stadtbrandmeister.

Lob vom Landrat

Landrat Peter Polta würdigte Spahr als „Kreisbrandmeister, wie man ihn sich besser nicht wünschen konnte“. Er erstellte demzufolge eine Fahrzeugkonzeption, kümmerte sich in Ostwürttemberg um den Aufbau einer Integrierten Leitstelle und um die Zuschüsse. In seiner Ära wurden für den Landkreis sieben Fahrzeuge (oder Anhänger) im Wert von 1,5 Millionen Euro angeschafft.

Jetzt sei die Ausstattung aller Feuerwehren so gut, dass bis 2030 keine großen Anschaffungen getätigt werden müssten, sagte Polta. Durch seine Überzeugungsarbeit habe Spahr beim Land rund vier Millionen Euro bei einer Investitionssumme von insgesamt 5,5 Millionen Euro, die zumeist für Gebäude verwendet worden seien, locker machen können.

Seit 35 Jahren Mitglied der Feuerwehr

Uli Steeger, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, warf einen Blick auf Spahrs Vita als Feuerwehrmann: 1984 Eintritt in die von seinem Vater geleitete Jugendfeuerwehr, Ausbildung bei Voith unter Uli Steeger, Laufbahnausbildung bei der Berufsfeuerwehr Hamburg, von 2001 bis 2005 Abteilungsleiter Technik bei der Berufsfeuerwehr Augsburg, mit 35 Jahren Wahl zum jüngsten Kreisbrandmeister im Land. Die Novelle des Landesfeuerwehrgesetzes verlangt nun hauptberufliche Kreisbrandmeister. Zum Abschied erhielt Spahr die höchste Auszeichnung der deutschen Feuerwehren: das Deutsche Feuerwehrkreuz in Gold. Der Landkreis dankte mit der goldenen Ehrennadel. Für die Bürgermeister sprach Marcus Bremer (Niederstotzingen). Er bezeichnete die Ära Spahr als überaus erfolgreich und gratulierte dem Kreisfeuerwehrverband zum 70-jährigen Bestehen.

Stets innovativ

Der Präsident des Landesfeuerwehrverbands, Dr. Frank Knödler, betonte, dass der Kreisfeuerwehrverband deutlich älter sei als der Landesverband. Er habe sich immer dadurch ausgezeichnet, innovativ zu sein. Zum einen sei er Interessenvertreter, zum anderen bilde er das Dach, unter dem sich die Feuerwehren und Werkfeuerwehren zur Aus- und Weiterbildung sowie zur Pflege der Kameradschaft fänden.Polta nannte die Feuerwehrleute Vorbilder, denn sie setzten sich Tag und Nacht für die Bürger ein und riskierten dabei oftmals ihr Leben. Die Arbeit des Verbandes sei von größter Bedeutung für den ganzen Landkreis und bekomme deshalb auch die volle Unterstützung.

Steeger beleuchtete die Entwicklung, die der Kreisfeuerwehrverband in den zurückliegenden elf Jahren genommen habe. Mit einem hochmotivierten Team sei er 2008 angetreten und habe sich dabei zunächst den Prognosen zur demographischen Entwicklung zugewandt: „Wo andere Spieler-Gemeinschaften bilden müssen, weil es am Personal fehlt, sind wir unverändert mit starken Einsatzmannschaften unterwegs.“ Aus einem bloßen Interessenvertreter sei der Verband zu einem multilateralen Dienstleister geworden.

Georg Feth ausgezeichnet

Der Ehrenvorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands im Ostalbkreis, Klaus Kurz, erhielt die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbands Heidenheim. Das Ehrenzeichen in Gold ziert nun die Uniform von Martin Profendiener und von Kreisstabführer Frank Ratter. Georg Feth als zuständiger Dezernent erhielt von Knödler die silberne Medaille des Landesfeuerwehrverbands.

Der Spielmannszug Giengen unter Kreisstabführer Frank Ratter umrahmte den Festakt, bei dem der Kabarettist Günter Nuth von der Feuerwehr Düsseldorf ein Feuerwerk der guten Laune abbrannte.

Der künftige Kreisbrandmeister Michael Zimmermann erzählt von seinem Weg zur Feuerwehr und den Herausforderungen, denen sich die freiwilligen Helfer aktuell stellen müssen.

Am Samstag wurde in einer Feierstunde die neue Drehleiter für die Feuerwehr Heidenheim in der Wache an der Darwinstraße übergeben.

2584 Mitglieder im Kreisfeuerwehrverband

Der Kreisfeuerwehrverband wurde 1949 aus der Taufe gehoben und hat heute 2584 Mitglieder. Davon sind 1419 (darunter 72 Frauen) als freiwillige Feuerwehrleute aktiv. 401 Mitglieder (70 Mädchen) umfassen die Jugendfeuerwehren. In den Werkfeuerwehren dienen 157 Personen, darunter 16 Frauen. Acht Feuerwehrleute sind in Heidenheim hauptberuflich tätig, einer in Giengen. Der einzige Spielmannszug (Giengen) hat 30 Musiker, darunter zwölf Frauen. 607 Mitglieder haben in den Altersabteilungen den aktiven Dienst hinter sich.

Der Landesfeuerwehrverband ist vergleichsweise jung. Er wurde 1972 in Böblingen gegründet und vertritt 110 000 Feuerwehrleute, 6200 Werkfeuerwehrler sowie 2200 hauptberufliche Mitglieder. Die Mitgliederzahl der Jugendfeuerwehren entspricht in etwa der der Senioren: jeweils 31 000. kdk