Heidenheim / bren Unterstützung für geflüchtete Eltern und ihre Kinder will ein neues Angebot gewährleisten.

„Gemeinsam über Kinder reden“ – so lautet der Leitsatz eines neuen elternpädagogischen Angebots des Hauses der Familie und der Koordinierungs- und Netzwerkstelle des Bundesprogramms Kita-Einstieg (Kita). Finanziell gefördert wird es durch die Hanns-Voith-Stiftung. Sie will damit die Integration von geflüchteten und in Heidenheim ankommenden Familien unterstützen.

Grundlage des Konzepts war der sogenannte Elternführerschein, ein Kurs der Familienbildungsstätte, bei dem Mütter und Väter in Bausteinen über die altersentsprechenden Entwicklungsschritte ihres Kindes informiert werden. Neben der fachlichen Seite ist vor allem der Austausch zwischen den Eltern wichtig.

Elternführerschein weiterentwickelt

Für das Projekt galt es, die Konzeption des Elternführerscheins zu modifizieren und an die Zielgruppe der Familien mit Fluchterfahrung anzupassen. Hilfestellung leisteten dabei Christa Puntigam und Birgit Kliewer, die im Rahmen des Bundesprogrammes „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung als pädagogische Fachkräfte seit Frühjahr 2018 Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren betreuen.

Es wurden Themen und Informationen ausgesucht, die für die Entwicklung und Erziehung Zwei- bis Fünfjähriger wichtig sind. Bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt bestand Einigkeit darüber, dass der zu entwickelnde Elternkurs in arabischer Sprache stattfinden müsse, um die geflüchteten Eltern zu erreichen.

Pädagogische Erfahrung

Dies bedeutete, dass arabisch sprechende Kursleiterinnen gefunden werden mussten. Christina Majer, Integrationsmanagerin der Stadt Heidenheim, konnte weiterhelfen. Durch ihre Vermittlung konnten Rana Abdul Jalil und Lina Shamah für den Elternkurs gewonnen werden. Beide sind syrischer Herkunft und haben in ihrem Heimatland teilweise in einem pädagogischen Beruf gearbeitet.

Eine weitere Hürde stellte die Übersetzung des Skriptes dar, das die Eltern am Ende des Kurses erhalten. Es fasst die wesentliche Inhalte zusammen. Diese Aufgabe übernahm Aziza Dakhli, eine in Heidenheim geborene Tunesierin, die die Übersetzung ins Arabische übernahm.

Zwei Termine am Vormittag

Für das Familienbildungsangebot sind zwei Vormittagstermine vorgesehen. Parallel dazu gibt es eine Kinderbetreuung. An der Pilotveranstaltung im städtischen Kindergarten an der Walther-Wolf-Straße nahmen sieben Frauen teil.

Laut den beiden Kursleiterinnen Lina Shamah und Rana Abdul Jalil sind die teilnehmenden Mütter dankbar für das Angebot. Informations- und Klärungsbedarf gibt es insbesondere zu kulturellen Unterschieden hinsichtlich Kindheit und Kindererziehung. Nach dem Auftakt soll der Elternkurs auch an weiteren Standorten in Stadt und Kreis angeboten werden. Hierfür wollen Natalia Herc-Zrna, Ansprechpartnerin bei der Familienbildungsstätte, und Janine Gül, Koordinatorin des Bundesprogrammes Kita, auf Kindertageseinrichtungen und andere Institutionen zugehen.