Heidenheim / Erwin Bachmann Heidenheim zählt zu den Pionieren der Bewegung, die mit konkreten Beiträgen ein kleines Zeichen für das große Ziel einer gerechteren Welt setzen wollen. Im neuen Jahr legt die Stadt noch einen Zahn zu und schickt sich an, ihre Fairtrade-Aktivitäten weiter auszubauen.

Bereits vor zwei Jahren war Heidenheim als 100. Fairtrade-Stadt in Deutschland zertifiziert und damit in die große und weltweit wachsende Familie sogenannter Fair-Trade-Towns aufgenommen worden. Die haben sich freiwillig verpflichtet, in ihren eigenen kommunalen Einrichtungen fair gehandelte Produkte zu verwenden, aber auch etwa Schulen, Vereine und Kirchen, zudem Einzelhandel und Gastronomie in das Bemühen einzubinden, einen Beitrag für eine gerechtere Handelswelt zu leisten.

Die von dem gemeinnützigen Verein Transfair verliehene Auszeichnung kommt immer wieder mal auf den Prüfstand, das von Mindestkriterien abhängige Siegel muss regelmäßig erneuert werden. Heidenheim hat diese Hürde jetzt problemlos genommen, wie Oberbürgermeister Bernhard Ilg wissen lässt, der diesen Erfolg in erster Linie einem sehr aktiven Lenkungskreis zuschreibt. Dieses unter Vorsitz von Eva Glock agierende Gremium koordiniert die Aktivitäten und bündelt die Heidenheimer Ansätze, zu denen auch der Gemeinderat gehört, der sich per Beschluss gegen ausbeuterische Kinderarbeit und für die Verwendung von fairen und regionalen Produkten ausgesprochen hat.

Inzwischen sind außer der Stadt Heidenheim und der Nachbarstadt Giengen immer mehr Institutionen unterm Dach von Fairtrade versammelt. Mit im Boot sind neben dem Landkreis auch das Hellenstein- und das Wirtschaftsgymnasium, und der Fairtrade-Gedanke zieht sich zudem als roter Faden durch die Bildungsarbeit der Volkshochschule und der Kirchen. Schon 2014 brachte sich die vom örtlichen Weltladen-Team unterstützte Lenkungsgruppe mit ihrem Anliegen bei vielen öffentlichen Veranstaltungen ein, und für 2015 zeichnet sich ein neuer Höhepunkt ab: Am 12. März wird Heidenheim Schauplatz des landesweit ausgetragenen Fair-Trade-School-Tages und beweist mit dieser zentralen Großveranstaltung die führende, insbesondere vom HG ausgehende Rolle, was die Fairtrade-Schulaktivitäten im Land angeht.

Aber auch im konkreten Alltagsgeschäft der örtlichen Fairtrade-Initiative ist weiter Bewegung. Ab sofort veröffentlicht der Lenkungskreis eine Liste von 25 Heidenheimer Geschäften, die mindestens ein Produkt mit dem Fairtrade-Geschäft führen. Diese Aufstellung basiert auf eine Umfrage der Agentur Heinfling und hat nach Einschätzung von OB Ilg eine durchaus bemerkenswerte Zahl erbracht, zumal große Handelsketten und Discounter, die ebenfalls unter dem Fairtrade-Siegel segeln, noch gar nicht dabei sind. Zudem habe eine Reihe von Geschäftsleuten, die noch keine fairen Produkte führen, zugesagt, sich gleich nach dem Weihnachtsgeschäft mit diesem Thema zu befassen. Die aktuelle Liste gibt es hier, zudem wird eine Übersicht im Programmheft der Volkshochschule für das zweite Schulhalbjahr veröffentlicht.

Viele weitere Infos zu Fairtrade im Kreis Heidenheim gibt es unter www.hz-online.de/fairtrade