Um sich ein Bild über die Arbeit der Schule und die derzeitige Situation zu machen, besuchte der Heidenheimer SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch die Königin-Olga-Schule, ein privates Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) mit Internat in Heidenheim. Der ohnehin bestehende Fachkräftemangel wurde durch Corona noch verstärkt, berichtete Andreas Pfisterer, Leiter Wohnen und tagesstrukturierende Maßnahmen bei der Nikolauspflege. Die Schichtarbeit im Internat könne meist nicht mit den Kinderbetreuungszeiten in Einklang gebracht werden, wodurch weitere Fachkräfte wegfallen. Hier plädiere Stoch für den Ausbau einer ganztägigen und gebührenfreien frühkindlichen Bildung, teilt sein Büro mit.

Zugang zum Arbeitsmarkt fehlt

Neue Pädagogen einzustellen, scheitere oft an den unerklärlich langwierigen Verfahren und der schleppenden Anerkennung von Berufsabschlüssen bei ausländischen Bewerbungen, so Gesina Wilfert, Leiterin Königin-Olga-Schule und Geschäftsbereichsleitung Nikolauspflege Heidenheim. Hier müsse die Politik endlich tätig werden, forderte Stoch: „Wir sind schon lange ein Einwanderungsland, uns fehlen aber das entsprechende Bildungssystem und der Zugang zum Arbeitsmarkt.“

Die Königin-Olga-Schule verzeichne eine konstante Entwicklung der Schülerzahlen im Schul- und Internatsbereich und hat einen großen überregionalen Einzugsbereich. Kernthema sind Kinder mit Sehbehinderungen und Blindheit, aber oft liegen komplexe Bedarfssituationen vor. 70 Schülerinnen und Schüler werden derzeit unterrichtet, davon sind 18 im Internat und weitere sechs Internatsschüler kommen von der Pistoriusschule.

Wenig Unterstützung für private Schulen

Trotz staatlicher Anerkennung erhalten private Schulen keine Mittel für Schulsozialarbeit, bedauerte Wilfert. Hier verspricht Stoch Unterstützung in Stuttgart und will die Finanzierungssystematik hinterfragen: „Wir brauchen eine Gleichbehandlung von freien mit staatlichen Schulen, vor allem, wenn diese wichtige staatliche Aufgaben übernehmen.“