Womöglich lag es an den Corona-Einschränkungen, dass an den Kliniken im Land im Jahr 2021 weniger Jugendliche als in den Jahren zuvor wegen alkoholbedingter Erkrankungen vollstationär behandelt werden mussten. Der Landkreis Heidenheim fällt allerdings aus dem Rahmen.

Laut Erhebung des Statistischen Landesamtes wurden im Landkreis 30 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 19 Jahren nach Alkoholmissbrauch im Klinikum behandelt. Das ist nicht nur ein Anstieg um sieben Fälle im Vergleich zum Vorjahr, sondern das sind auch vergleichsweise viele Fälle bezogen auf die Bewohnerzahl. Auf 10.000 Menschen im Landkreis kommen 31,8 jugendliche Komasäufer.

Dass das relativ viel ist, zeigt der Blick in die Nachbarlandkreise Ostalbkreis, Alb-Donau-Kreis und Göppingen, wo dieser Wert zwischen 22,5 und 25,5 liegt. Zudem ist die Zahl der Komasäufer ringsum gesunken.

Wer trinkt sich öfter krankenhausreif: Mädchen oder Jungs?

Lediglich im ersten Coronajahr 2020 kamen im Landkreis Heidenheim weniger 13- bis 19-Jährige nach Alkoholmissbrauch ins Krankenhaus. 23 Komasäufer weist die Statistik aus. Damals wurde noch nach Geschlechtern aufgeschlüsselt, was in den Folgejahren eingestellt wurde, nachdem die Mädchen in der Trinkfreudigkeit zu den Jungs immer mehr aufgeschlossen hatten. 2020 waren es 15 junge Männer und 8 junge Frauen. Im Jahr 2019 waren die Mädchen sogar in der Überzahl von 22 zu 19 bei einer Gesamtzahl von 41 Komasäufern.

Krankenkasse DAK-Gesundheit startet Kampagne gegen das Rauschtrinken

Um die Gesundheit gerade junger Menschen zu schützen, startet die Krankenkasse DAK-Gesundheit die Kampagne „bunt statt blau“ und setzt mit Kunst auf Alkoholprävention bei Kindern und Jugendlichen

Im 14. Jahr sucht die Krankenkasse die besten Plakatideen von Schülerinnen und Schülern zwischen zwölf und 17 Jahren zum Thema Rauschtrinken und ruft die Schulen im Landkreis Heidenheim zum Mitmachen auf. „Viele Jugendliche überschätzen sich und glauben, exzessives Trinken gehöre zum Feiern dazu. Die Aufklärung über die Gefahren eines riskanten Alkoholkonsums gelingt mit dem Wettbewerb sehr gut“, erklärt Andree Rump von der DAK-Gesundheit in Aalen.

So läuft der Wettbewerb ab

Einsendeschluss für den Wettbewerb ist der 31. März 2023. Anschließend werden die besten Plakate ausgezeichnet. Im Mai wählt eine Bundesjury aus 16 Landessiegern die Bundessieger. Weitere Informationen und die Teilnahmebedingungen gibt es unter: www.dak.de/buntstattblau.