Heidenheim / Andreas Uitz Mit mehreren größeren und kleineren Verbesserung will die Stadtverwaltung die Heidenheimer Fußgängerzone attraktiver machen. Insgesamt werden in den kommenden Monaten 265 000 Euro investiert.

Schon seit geraumer Zeit wird darüber diskutiert, dass es um die Heidenheimer Innenstadt nicht zum Besten bestellt ist. Mangelnde Attraktivität und fehlende Aufenhaltsqualtität in der Fußgängerzone spielen dabei eine wesentliche Rolle. Das spiegelt sich nicht nur im Straßenbild wider, auch die Händler bekommen es zu spüren.

Freilich ist das nicht allein ein Heidenheimer Phänomen, das machte der städtische Wirtschaftsförderer Georg Würffel in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats deutlich. Viele Mittelstädte hätten mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, die auch daher rührten, dass viele Menschen die bequemen Einkaufsmöglichkeiten des Internets nutzen. Das wiederum führe dazu, dass die Menschen immer häufiger der Innenstadt fern bleiben und die klassischen Einzelhändler darunter zu leiden haben.

Um dem entgegenzuwirken, gilt es, die Innenstadt attraktiver zu machen und den Bewohnern einen Grund zu geben, hierher zu kommen. Bereits zweimal haben sich Vertreter der Händlervereinigung HDH mit OB Bernhard Ilg und der Verwaltung an einen runden Tisch gesetzt und über geeignete Wege diskutiert, die die Innenstadt verbessern sollen. Daraus wurde ein Bündel unterschiedlicher Vorschläge geschnürt, deren Umsetzung der Gemeinderat einstimmig beschlossen hat.

Einige der Veränderungen sollen möglichst schnell umgesetzt werden, um die Situation auch kurzfristig zu verbessern, andere wiederum sind eher mittel- bis langfristig zu sehen. Noch in diesem Jahr soll die Möblierung in der Fußgängerzone komplett erneuert werden. Mehr und angenehmere Sitzgelegenheiten an verschiedenen Punkten der Hauptstraße sollen zum längeren Verweilen einladen. Auch die derzeit noch sehr spärlichen und in die Jahre gekommenen Spielgeräte sollen ersetzt werden. Allein die neuen Sitzmöbel werden mit 50 000 Euro zu Buche schlagen, die Spielgeräte kosten rund 25 000 Euro.

Zu einer Verschönerung des Stadtbildes soll auch mehr Grün in der Fußgängerzone beitragen. Deshalb sollen rund 30 große Blumenkübel in der Fußgängerzone aufgestellt werden, die, entsprechend bepflanzt, die Innenstadt bunter machen. Um dies zu ermöglichen, will sich der HDH um „Patenschaften“ für die Pflege der Pflanzen kümmern. Die Gefäße sind mit Kosten in Höhe von rund 40 000 Euro veranschlagt. Außerdem werden zur Begrünung der Hauptstraße die bereits vorhandenen Pflanzpyramiden reaktiviert.

Doch nicht nur im Sommer soll das Erscheinungsbild der Innenstadt aufpoliert werden. Deshalb wird die Stadtverwaltung auch eine neue Weihnachtsbeleuchtung anschaffen, nachdem die bisherige nach Ansicht der Beteiligten nicht mehr sonderlich attraktiv und inzwischen auch störungsanfällig ist. Geplant ist, neue Lichterketten anzuschaffen, die in Verbindung mit Projektoren zur Illumination der Innenstadt beitragen. Dafür sollen rund 150 000 Euro zur Verfügung gestellt werden.

Neben diesen kurzfristig umsetzbaren Veränderungen gehen die Planungen aber noch weiter. Um den Verkehr aus der Fußgängerzone zu verbannen, wird über Poller nachgedacht, die die Einfahrt für Fahrzeuge unmöglich machen sollen. Darüber hinaus gibt es schon länger Planungen, die Innenstadt vom Rathausvorplatz ausgehend komplett zu verändern. Doch wird dies erst in einigen Jahren umgesetzt werden können, mit einem entsprechenden Planungswettbewerb sollen die besten Lösungen gefunden werden. Außerdem versprechen sich Verwaltung und Handel Verbesserungsvorschläge auch durch eine externe Beratung. Auch dies will die Stadt unterstützen und stellt 15 000 Euro zur Verfügung.

„Was wir jetzt machen, ist Kosmetik, langfristig sind größere Veränderungen nötig“, erklärte Würffel. „Wir sehen die Themen und müssen dringend, aber in Stufen handeln“, sagte Oberbürgermeister Bernhard Ilg, der die jetzt in die Wege geleiteten kurzfristigen Verbesserungen auch als Signal verstanden wissen will.

Von Seiten der Stadträte wurde das Paket begrüßt, denn auch sie sehen über Fraktionsgrenzen hinweg dringenden Handlungsbedarf. „Aufenthaltsqualität und Angebot müssen sich dringend verbessern“, so der SPD-Fraktionschef Rudi Neidlein. „Es ist nicht Aufgabe der Stadt, neue Cafés zu eröffnen, aber wir müssen die Rahmenbedingungen und ein attraktives Umfeld schaffen“, so die Vorsitzende der CDU-Fraktion, Petra Saretz. Auch Ulrich Grath, Vorsitzender der Freien Wähler, lobte, dass die Verwaltung so schnell handelt.

Der große Umbau kommt später

Weite Teile der Fußgängerzone sollen sich in den kommenden Jahren verändern. Dazu gehört auch die Umgestaltung des unattraktiven Rathausumfelds. Vom Vorplatz ausgehend soll auch die Grabenstraße erneuert und umgebaut werden.

Geplant ist beispielsweise, neue Verbindungen in die Hauptstraße zu schaffen und das Meeboldhaus abzureißen. All dies steht in Zusammenhang mit der dringend notwendigen Sanierung des Rathauses, das auch eine neue Fassade erhalten soll. ui