Heidenheim / Karin Fuchs Kommt zehn Jahre nach dem Mord an Maria Bögerl wieder Bewegung in die Ermittlungen? Die Polizei durchsuchte mit einem Großaufgebot ein Wohnhaus und ein Betriebsgebäude.

Fast zehn Jahre nach dem Mord an Maria Bögerl verfolgen die Ermittler offenbar eine neue Spur. Bei einer Razzia hat die Polizei in der vergangenen Woche im Landkreis Schwäbisch Hall mit einem Großaufgebot ein Wohnhaus und ein Betriebsgebäude durchsucht, wie die Staatsanwaltschaft Ellwangen auf Anfrage bestätigte.

Aufgrund richterlicher Anordnung hätten „Durchsuchungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Mordfall Bögerl stattgefunden“. Die Maßnahme habe sich aus der Bewertung von Beweismitteln ergeben. Die bei der Razzia erhobenen neuen Beweismittel würden nun ausgewertet.

Nach Informationen unserer Zeitung wurden dabei auch DNA-Proben von einem Mann genommen. Der Betroffene der Durchsuchungsaktion äußerte sich über das Vorgehen der Ermittler empört. „Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen, bin nicht mal betrunken Auto gefahren“, sagte er Laut Südwestpresse.

Die Durchsuchung fand statt in Weipertshofen, einem Stadtteil von Stimpfach im Landkreis Schwäbisch Hall. Vonseiten der Staatsanwaltschaft Ellwangen, die federführend die Ermittlungen leitet, bestätigte der stellvertretende Pressestaatsanwalt Dr. Klaus Schwichtenberg einen aktuellen Bezug zum Mordfall Bögerl gegenüber der Heidenheimer Zeitung.

Bei der Durchsuchung beschlagnahmte die Polizei Gegenstände, die derzeit ausgewertet würden. Unbestätigten Meldungen zufolge wurde ein Firmeninhaber vernommen, von dem DNA-Proben genommen wurden, um diese mit den DNA-Spuren aus dem Fall Bögerl abzugleichen.

2010 entführt und ermordet

Maria Bögerl, die Frau des damaligen Sparkassenchefs Thomas Bögerl, wurde am Mittwoch, 12. Mai 2010, am Tag vor Christi Himmelfahrt, gegen 10.30 Uhr aus dem Haus der Familie in Schnaitheim entführt. Der Entführer verlangte ein Lösegeld, die Übergabe misslang. Daraufhin wurde drei Wochen lang erfolglos nach Maria Bögerl gesucht. Am Donnerstag, 3. Juni, fand ein Spaziergänger die Leiche im Wald zwischen Nietheim und Niesitz. Der Fall ist zehn Jahre nach dem dramatischen Geschehen noch immer nicht gelöst.

Seit zehn Jahren ungelöster Mordfall

Keine heiße Spur, aber immerhin ein Ansatzpunkt, die seit Jahren betriebenen Ermittlungen im Mordfall Maria Bögerl doch noch weiterzuführen: Die Kriminalpolizei geht jetzt Auffälligkeiten nach, die sich im Zuge einer wiederholten Analyse zigtausender Handy-Verbindungsdaten ergeben haben.

Fünfeinhalb Jahre nach der Entführung und Ermordung Maria Bögerls zeichnet sich eine neue polizeiinterne Weichenstellung ab. Ende dieses Jahres soll die Sonderkommission „Flagge“ aufgelöst werden, deren Arbeit dann eine Ermittlungsgruppe fortführt.

Es bleibt dabei: Das war von vorn bis hinten eine Lügengeschichte, die der 41-jährige Giengener der Soko "Flagge" aufgetischt hatte. Allein die juristische Quittung für diese Straftat fällt geringer aus: In der Berufungsverhandlung am Donnerstag kam der Mann mit einer Bewährungsstrafe davon.

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