Heidenheim / Manfred F. Kubiak Der neue Konzertflügel der Musikschule Heidenheim hat dort nun erstmals seine Stimme erhoben.

Die Erinnerung des Oberbürgermeisters war noch frisch. Also erzählte Bernhard Ilg, wie sich am Flughafen in Palermo plötzlich ein junger Mann an den dort mitten im Getümmel stehenden Flügel setzte, zu spielen begann – und Stimmung und Atmosphäre im Handumdrehen verzauberte.

Damit war eigentlich alles gesagt am Sonntagvormittag in der Musikschule, wo knapp 100 Besucher zusammengekommen waren, um den neuen Flügel des Hauses kennenzulernen.

Und wenn Musik wichtig ist, wie der OB zur Begrüßung nicht nur sizilianisch andeutete, sondern explizit auch für die Heidenheimer Verhältnisse als nicht zu bezweifeln heraushob, dann sind es die Instrumente, auf denen musiziert wird, auch. Vor schlechten Instrumenten, das hatte sich Bernhard Ilg von Fachleuten extra noch einmal bestätigen lassen, wird auf alle Fälle gewarnt.

Dass es sich beim neuen Flaggschiff der Klavierflotte der Musikschule um einen 227 Zentimeter langen und 415 Kilo schweren „Yamaha CX7“ handelt, hatten wir ja an dieser Stelle schon längst verraten.Wie er sich anhört, das war nun erstmals am Sonntag zu hören.

Prima hört er sich an. Das Mehr an Volumen, Farben und Kraft im Direktvergleich zum kleineren Ibach, der es fortan in der zweiten Flügel-Reihe etwas gemütlicher haben wird, demonstrierte Kerstin Knötzele anhand von Schumanns „Von fremden Ländern und Menschen“ aus den „Kinderszenen“.

Unter den Händen ihrer Kollegin Katja Senkova bewies der Yamaha seine Tauglichkeit auch im impressionistischen Einsatz bei einem Stück von Claude Debussy. Hatte er hier schon angedeutet, auch im Bass ein Wort mitreden zu können, so sagte er es noch einmal deutlich, als Miho Imada den Liszt in ihm weckte.

Nicht nur die Lehrerinnen der Musikschule hießen den Neuen tatkräftig willkommen, auch ein Lehrer: Eric Mayr, der sogar ein paar einschlägige Gedichte mitgebracht hatte, steuerte, gemeinsam mit Kerstin Knötzele, die Uraufführung dreier vierhändiger Walzer aus eigener Feder bei. Und last but not least beflügelte CX7 auch die Musikschüler Simon-Luca Schabel, Valerie Frolow und Moritz Holzapfel bei sehr gelungenen Kostproben ihres Könnens.

Geredet wurde auch. Zum Beispiel über Geld, aber dabei nicht über Zahlen. Doch dass der „Yamaha“ 36 000 Euro gekostet hat, hatten wir auch schon verraten. Die Hälfte davon hat die Stadt Heidenheim springen lassen, annähernd die andere Hälfte der Rotary-Club Aalen-Heidenheim, für den Dr. Stefan Steckeler sich freute, zum Wohle aller beigetragen zu haben. Was noch fehlte, hatte schließlich der Förderverein „Freunde der Musikschule“ beigesteuert, der seit vielen Jahren, wie sein Vorsitzender Eberhard Colditz anmerkte, gewissermaßen „eine Oma-Funktion“ in Sachen Musikschule ausübt.