Auch wenn man sich noch so große Mühe gibt: Corona ist aus dem Jahr 2020 einfach nicht wegzudenken. Und so stand auch die Verleihung des Bürgerpreises, der zum achten Mal von der Kreissparkasse und der Hanns-Voith-Stiftung ausgelobt wurde, ganz im Zeichen der Pandemie. Alle Redner des Festabends nahmen darauf Bezug, schließlich waren die Auswirkungen nicht zu übersehen: Die Veranstalter hatten in kleinem Rahmen eingeladen, es waren keine 400 Besucher in die Voith-Arena gekommen, sondern nur ein Zehntel davon. Diese trugen Mund-Nase-Masken und blieben auf Abstand, wie es derzeit geboten ist.

Dieter Steck, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse, betonte, dass man die Veranstaltung trotz der Einschränkungen nicht ausfallen lassen wollte. „Wir wollen Dank sagen an alle, die sich engagieren“, so Steck. „Welchen Stellenwert das Ehrenamt hat, haben wir alle in den letzten Monaten zu spüren bekommen“, ergänzte Almuth Kummer, Jurymitglied und Gemeinderätin in Giengen. „2020 hat uns gezeigt, wie verletzlich unsere Gesellschaft ist“, meinte Moderator und HZ-Redaktionsleiter Thomas Zeller in seiner Begrüßung. Vor diesem Hintergrund hob er hervor, dass alle, die sich ehrenamtlich engagieren, das Rückgrat unserer Gesellschaft seien.

Jugend mit Potenzial

Der Bürgerpreis in der Kategorie U 21 ging an das Evangelische Jugendwerk Heidenheim. Stellvertretend wurden Justus Hohage, Anna Knak, Florian Knak, Rebecca Kolb, Tobias Kresse und Nina Rau ausgezeichnet. Insgesamt rund 50 junge Menschen seien im Evangelischen Jugendwerk engagiert, erläuterte der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter, der als Jurymitglied die Laudatio übernahm. Die Jugendlichen koordinieren viele Veranstaltungen, die von Kinderkirche und Jugendgottesdiensten über Nachbarschaftshilfe bis zu Sommerfreizeiten reichen. „Was uns in der Jury begeistert hat, ist die grandiose Vielfalt der Aktivitäten“, so Kiesewetter. Dass in der Kategorie U 21, in der junge Menschen im Alter von 14 bis 21 Jahren ausgezeichnet werden, insgesamt zwölf Vorschläge für den Bürgerpreis eingereicht wurden, „zeigt, welches Potenzial in unserer Jugend steckt“, sagte der Bundestagsabgeordnete.

Heldin des Alltags

Die meisten Bewerbungen für den Bürgerpreis gehen in der Kategorie „Alltagshelden“ ein, in diesem Jahr waren es 139. Herausragend fand die Jury das Engagement von Ingrid Sommer, die in Hermaringen als eine Art gute Fee des Dorfes agiert. „Ehrenamt kann auch zum Fulltime-Job werden“, sagte Andreas Stoch, Landtagsabgeordneter und Laudator, angesichts der vielen Aktivitäten der Hermaringerin. Als Jugendbegleiterin an der Rudolf-Magenau-Schule kümmert sie sich in der Sprachhilfe, beim Schulfrühstück und als Lesepatin um Kinder. Im Seniorennetzwerk unterstützt Ingrid Sommer ältere Menschen, damit diese länger selbstständig zu Hause wohnen können. Sie übernimmt Einkäufe, Fahrten zum Arzt oder die Pflege eines Grabs auf dem Friedhof, wenn die Senioren dies nicht mehr selbst schaffen. „Sie ist eine Heldin des Alltags für die Menschen im Dorf“, so Stoch. „Solche Menschen brauchen wir in unserer Gesellschaft“, sagte er.

Essen für Rettungskräfte

Die Inhaber einer Metzgerei in Sontheim/Brenz, Eberhard und Jochen Schmid, wurden in der Kategorie „Engagierte Unternehmer“ ausgezeichnet. Landrat Peter Polta berichtete als Laudator, wie sich Vater und Sohn für die Allgemeinheit und insbesondere für das Wohl der Rettungskräfte in Sontheim engagieren: Diese können sich nämlich bei Einsätzen rund um die Uhr bei der Familie Schmid melden und werden dann mit einem Vesper versorgt. Darüber hinaus ist Jochen Schmid als Feuerwehrkommandant von Sontheim selbst im Einsatz. Im Herbst hat er die Gründung einer Jugendfeuerwehr initiiert. Vater Eberhard Schmid war lange Jahre im Ortschaftsrat Brenz und im Gemeinderat vertreten. „Für uns sind Sie die Prototypen des engagierten Unternehmers“, so Peter Polta.

Eine besondere Ehrung

Für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde die Heidenheimerin Eva Glock. Aus 33 Vorschlägen habe die Jury sie ausgewählt, berichtete Oberbürgermeister Bernhard Ilg als Laudator. Enorme Willenskraft und die nimmermüde Bereitschaft, sich einzubringen, seien für ein Engagement nötig, das über viele Jahrzehnte andaure, so Ilg. Eva Glock ist Co-Geschäftsführerin des Heidenheimer Weltladens und darüber hinaus im Verein „Partnerschaft Dritte Welt“ engagiert. Aber auch in der evangelischen Kirche bringt sich Glock in vielfältiger Weise ein. So war sie etwa von 1995 bis 2019 Mitglied der Landessynode und ist seit 24 Jahren im landeskirchlichen Beirat für Chancengleichheit engagiert. „Sie ist pausenlos im Einsatz für ein faires Miteinander“, charakterisierte Ilg das vielfältige Engagement der Heidenheimerin.

2000 Euro Preisgeld für jedes Projekt


Die Preisträger des Bürgerpreises erhalten in jeder Kategorie jeweils ein Preisgeld von 2000 Euro. Die Preisgelder werden zweckgebunden vergeben und müssen daher dem ausgezeichneten Projekt oder Engagement zugute kommen.