Kreis Heidenheim / Günter Trittner Nur noch 12,50 Euro je Tonne Altpapier werden derzeit bezahlt. 2018 gab es noch mehr als 100 Euro. Der Abfallwirtschaftsbetrieb Heidenheim fürchtet hohe Verluste.

Markus Kraus, der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs, weiß, dass man den Erlös aus dem Verkauf von Altpapier besser „konservativ“ kalkuliert. Doch dieses Jahr hilft auch diese Vorsicht nicht. Denn der Preis für den Wertstoff ist total abgestürzt. Erhielt der Landkreis im Januar 2018 noch 109 Euro für die Tonne Mischpapier, so wurden im März dieses Jahres für dieselbe Menge nur noch 12,50 Euro bezahlt. Im August 2019 war der Preis noch bei 42,70 Euro gestanden.

300 000 Euro fehlen bei den Einnahmen

Über das Jahr gesehen rechnet Kraus mit einem Einnahmeverlust in Höhe von 300 000 Euro beim Altpapier. Dabei ging man bei den Planungen für das Geschäftsjahr 2020 insgesamt bereits von einem Verlust von 1,03 Millionen Euro aus.

Zupass kommt dem Eigenbetrieb des Landkreises, dass die Konjunktur bis zu Beginn der Corona-Krise noch gut gelaufen war. Das führte dazu, dass von Firmen und Privathaushalten mehr Müll als geplant zu entsorgen war. Mehreinnahmen von 200 000 Euro zeichnen sich ab. Und auch die Bautätigkeit hatte nochmals einen Zacken zugelegt und 30 000 Euro extra für das Lagern von Bauschutt- und Bodenaushub in die Kassen gespült.

Corona lässt keine Prognose zu

In Summe hofft Kraus, dass das geplante Minus von 1,03 Millionen Euro sich nicht ausweiten wird. Aber eine verlässliche Aussage sei in Zeiten von Corona nicht zu machen.

Im Landesvergleich sind die Heidenheimer Musterkinder, wenn es um Abfall geht. Gerade mal 92,7 Kilogramm Restmüll lagen pro Kopf in den grauen Tonnen. Wie das bei Biomüll, Gelbem Sack und Altpapier ist und warum die Gesamtmüllmenge dennoch gestiegen ist: