Heidenheim / Klaus-Dieter Kirschner Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung macht endlich den Weg frei für die Erweiterung des Rettungszentrums auf dem Schlossberg. Spatenstich soll am 1. April sein.

Das war die Botschaft des Tages am Sonntag beim Neujahrsempfang des Rotkreuz-Kreisverbandes in der Zoeppritzhalle in Mergelstetten. Über 600 Leute waren gekommen. Obwohl noch immer kein Zuschussentscheid seitens der Landesregierung getroffen ist, half Innenstaatssekretär Wilfried Klenk und erlaubte den vorgezogenen Baubeginn zur Vergrößerung des über 30 Jahre alten Rettungszentrums auf dem Areal in Sichtweite des Kreisklinikums. Albert Tränkle, der Präsident des DRK-Kreisverbandes, freut sich: „Spatenstich wird am 1. April sein“.

Mit Pauken und Trompeten (Spielmannszug der Feuerwehr Giengen) und den „drei Tenören“ (aus Steinheim) feierte der DRK-Kreisverband den Anbruch eines neuen Jahres. Eitel Freude herrschte dort, dass mit dem Erweiterungsbau nun nicht bis zum Jahr 2020 gewartet werden muss. Die Liegenschaft platze aus allen Nähten, sagte Tränkle. Die Rettungswagen würden immer größer. Inzwischen seien die Hälfte der Einsatzkräfte Frauen. Entsprechend würden zusätzliche Räume gebraucht. Froh sei man über das Entgegenkommen der Stadt bei der Lösung der Grundstücksprobleme.

Ohne Fördergelder lasse sich der Millionen-Bau nicht stemmen. Umso enttäuschter sei man gewesen, als man bei einer früheren Zuschussrunde leer ausgegangen sei.

Der Rettungsdienst Heidenheim – Ulm steht in Qualität und der Einhaltung der Hilfsfristen unter allen 35 Landkreisen an der Spitze im Lande, freute sich Tränkle, sprach von über 9000 Einsätzen im Jahr 2018. Außerdem stehen 6000 Krankentransporte in der Bilanz.

Ein wichtiges Glied in der Rettungskette, ohne dass diese Arbeit ihren Niederschlag bei den Hilfsfristen findet, seien die Helfer-vor-Ort-Gruppen, die aktiv sind, bis Notarzt und Rettungsdienst zur Stelle sind. 1600 Einsätze waren es 2018, wobei die Gruppen Königsbronn, Steinheim, Nattheim und Niederstotzingen in dieser Reihenfolge die Tabelle anführen: „Das sind jeden Tag mehr als vier Einsätze: Alles ehrenamtlich und ohne jeden Kostenersatz“, unterstrich Tränkle.

Probleme wie andernorts mit Ausfall von Schichten, nicht besetzten Fahrzeugen aufgrund von Personalmangel und Problemen bei der Mitarbeitersuche gebe es in unserer Region nicht. Die Besatzungen stimmten und die Qualität sowieso. „Wenngleich auch bei uns die Luft dünner wird, haben wir 2019 alle Anstrengungen zu unternehmen, um Mitarbeiter zu gewinnen, zu halten und zu qualifizieren.“

Ein weiteres Standbein ist die Seniorenarbeit und der Betrieb von Altenhilfeheimen. Eine Pflegeeinrichtung soll in Partnerschaft mit den Stadtwerken in der Oststadt entstehen. Tränkle betonte den Bedarf an zusätzlichen Pflegeplätzen und wünschte sich, dass das Bauvorhaben schneller in die Gänge kommt. An zwei weiteren Stellen im Landkreises stehe man in Verhandlungen und rechne zeitnah mit positiven Ergebnissen. Der Hausnotruf mit 400 Einsätzen habe sich bewährt ebenso die aktivierenden Hausbesuche.

Oberbürgermeister Bernhard Ilg lobte die Arbeit des DRK. Daher sei es keine Frage gewesen, wegen der Erweiterung des Rettungszentrums einen Bebauungsplan in Rekordzeit aufzustellen. Geärgert habe man sich dabei über die Einwendungen des Regionalverbandes sowie des Forstbereichs. „Das Rote Kreuz strahlt Zuversicht und Vertrauen aus“, unterstrich der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter. Er forderte angesichts eines Pflege- sowie Personalnotstandes eine Debatte über die Ausgestaltung des Freiwilligen Sozialen Jahres und des Bundessozialenjahres ein: „Wir müssen nachdenken, ob es am Ende nicht doch einen Pflichtdienst gibt. Der darf aber nicht bei 140.000 Dienstposten gedeckelt bleiben“.

„Das Ehrenamt braucht das Hauptamt. Dann gelingt die Arbeit“, sagte Margit Stumpp, Bundestagsabgeordnete der Grünen,. Sie äußerte sich sichtlich betroffen über Angriffe auf Polizei und die Rettungskräfte: „Es ist erschütternd. Selbst im Bundestag ist das politische Klima rauer geworden“. Für den verhinderten SPD-Landtagsabgeordneten Andreas Stoch sagte der SPD-Kreisvorsitzende Dr. Florian Hofmann dem DRK Unterstützung zu.

Kriminaloberrat Markus Deuter betonte die professionelle Zusammenarbeit der Blaulichtorganisationen im Kreis Heidenheim. Keinerlei Verständnis hat Deuter für Angriffe seitens der Gaffer, die des Öfteren auch Notarzt und Rettungsdienst behindern.

Youtube