Heidenheim / Silja Kummer Der Immobilienbesitzer widerspricht Plänen von Oliver Scheck, ein neues Etablissement zu eröffnen.

Den Plänen von Bordellbetreiber Oliver Scheck, auf dem ehemaligen Epcos-Gelände in den Seewiesen einen Rotlicht-Betrieb zu eröffnen, widerspricht Claus Staudenmaier von der Lena Immobilien KG mit Sitz in Süßen. Seine Firma vertritt den Eigentümer der sogenannten Tempex-Halle.

Zwar liege dem Bordellbetreiber tatsächlich ein Bauvorbescheid vor, allerdings habe er die Bauanfrage gestellt, bevor der aktuelle Eigentümer die Immobilie erworben habe. Eine Bauvoranfrage könne ohne Einwilligung des Grundstückseigentümers eingeholt werden, so Staudenmaier.

Keine Verträge abgeschlossen

Der Ansiedlung eines Bordells in den von ihm verwalteten Geschäftsräumen schließt er aber aus: „Es gibt keinerlei Verträge zwischen uns und Herrn Scheck und wir werden auch keine abschließen“, so Staudenmaier.

Zwar habe er sich die Planungen einmal angesehen, jedoch würde ein Rotlicht-Betrieb nicht in das Büro- und Produktionsgebäude passen, das seine Firma verwaltet. „Wir wollen nicht, dass unter dieser Geschäftsadresse auch ein Bordell auftaucht“, sagt Staudenmaier.

Rein rechtlich wäre die Eröffnung eines Bordells in dem Gebiet möglich, da es zu dem vom Sperrbezirk ausgenommen Bereich gehört. Für Claus Staudenmaier ist das Vorhaben aber völlig undenkbar, „und so sieht man das auch beim Sirius-Business-Park, der das Gelände verwaltet.“

Prostitution: In Heidenheim nicht überall erlaubt

Als Sperrbezirk bezeichnet man den Bereich einer Stadt, in der die Prostitution nicht erlaubt ist. Zwar ist in Deutschland Prostitution legal, das Land Baden-Württemberg hat aber ein Verbot erlassen. Dieses gilt in Gemeinden bis 35 000 Einwohnern im gesamten Gebiet. Umgekehrt gibt es 48 Gemeinden, in denen die Prostitution erlaubt werden muss. In Heidenheim sind zwei Gebiete vom Sperrbezirk ausgenommen, eines in den Seewiesen, das andere im Westen der Stadt.