Heidenheim / Erwin Bachmann Auf seinem zwölf Kilometer langen Lauf durch Heidenheim ist das Gewässer schon deutlich zugänglicher geworden. Jetzt kommen die letzten Abschnitte an die Reihe.

Der Aufbruch zu neuen Ufern liegt bereits zehn Jahre zurück. Mit der Eröffnung des Landesgartenschau-Geländes war von der Stadt der erste Baustein eines groß angelegten Konzepts gesetzt worden, das sich zum Ziel gesetzt hat, die bis dahin oft versteckt durch Heidenheim fließende Brenz wieder sichtbarer und erlebbarer zu machen: Beginn eines langen Weges, auf dem man inzwischen weit vorangekommen ist – allein schon, wenn man an die auf dem Ploucquet-Areal gelungene Aufwertung der Flusslandschaft denkt.

„Da ist schon viel passiert,“ resümiert Oberbürgermeister Bernhard Ilg, der sich freut, dass dieses Langzeit-Projekt im kommenden Jahr weitgehend abgeschlossen werden kann. Jetzt ist man bei der Stadtverwaltung dabei, an verschiedenen Schauplätzen die Schlusssteine des umfangreichen Konzepts zu setzen. Dazu zählt etwa die südlich von Mergelstetten gelegene alte Bolheimer Straße, die jetzt schmäler ist und deren Verlauf erst vor kurzem geändert wurde.

Ex-Bundesstraße wird Uferweg

Die alte Ufermauer wurde teilweise entfernt, der alte Straßenbelag ausgebaut, so dass sich der verbliebene Weg in leichten Windungen am Fluss entlang schlängelt und ein von Fels und Wasser gesäumtes Landschafts-Idyll zur Geltung bringt. Im Bereich der Wangenmühle und auf Höhe der Ruine Hurwang wurden Flächen gepflastert, die noch mit Tischen und Bänken versehen werden.

Schöne Aussichten bietet übrigens auch die Kostenseite: Die für diesen Brenzuferabschnitt im städtischen Haushalt eingeplanten 90 000 Euro konnten teilweise eingespart werden, weil kein Teer im alten Straßenbelag enthalten war und so die Entsorgung des Altmaterials günstiger war als angenommen.

Auch nördlich von Mergelstetten sind die Planer dabei, behutsam in die zu-gewachsene Landschaft einzugreifen, die als die wasserreichste Gemarkung weit und breit gilt, auf den ersten Blick aber nicht unbedingt als solche wahrgenommen wird. Selbst vielen Einheimischen sind der später in die Brenz mündende Darmbach und der Pflusterbach – wenn überhaupt – nur vom Namen her bekannt, was damit zu tun hat, dass man sie praktisch nicht sehen kann. Das genau soll sich ändern, denn durch die Neugestaltung der Paul-Hartmann-Straße ist nun eine Fläche freigeworden, die diesem teilweise parallel zur Fahrbahn verlaufenden Pflusterbach zugeschlagen wird. Der wild aufgegangene und teils standortfremde Uferbewuchs ist schon entfernt worden, und mit den 2017 dort beginnenden Straßenumbau soll die Uferböschung lebendiger, das Bachbett an einigen Stellen breiter und der Wasserspiegel etwas angehoben werden. Und dort, wo Darm- und Pflusterbach zusammenfließen, soll ein nettes Fleckchen in unmittelbarer Wassernähe entstehen. Die Maßnahme wird abschnittsweise realisiert und ist mit 100 000 Euro veranschlagt.

Mini-Park in Schnaitheim

Eine kleine Verbesserung steht noch in Schnaitheim aus. Rathaus-Pressesprecher Wolfgang Heinecker beschreibt eine am Westufer der Brenz gelegene Stelle, an der das Flussbett so nahe an die Mühlstraße kommt, das dort keine Häuser stehen. Diese kleine Grünanlage soll 2017 auf das gegenüberliegende offene Ostufer zur Bonifatiuskirche und zum Sonnen- und Zeitpfad ausgerichtet werden.

Die Brenz: ein Fluss, viele Bäche

Darmbach? Pflusterbach? Die Brenz kennt jeder – ihre Zuflüsse aber sind etwas für Heimatkundler. Auf städtischer Gemarkung sind es der Siebtefußgraben, und der Möhntalgraben, der Nattheimertalgraben, der Wedel, die Brunnenmühlequelle sowie das Dreigestirn Goldquelle/Darmbach/Pflusterbach.

Wasser nimmt die Brenz im Stadtgebiet vor allem aus den beiden Kläranlagen auf. Nicht idyllisch, aber wahr.