Heidenheim / Michael Brendel Auf der Suche nach einem geeigneten Quartier für das Ferienwaldheim sind die Verantwortlichen in diesem Jahr bei der Hirscheckschule in Schnaitheim gelandet. Anmeldungen sind schon möglich.

Ochsenberg, Schnaitheim, Itzelberg, Schnaitheim – die Teilnehmer des von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde veranstalteten Ferienwaldheims kommen ganz schön herum. Und das nicht nur, was die traditionell zum Programm gehörenden Ausflüge anbelangt. Auch der Veranstaltungsort selbst wechselte in jüngerer Vergangenheit mit großer Verlässlichkeit. Mittlerweile steht der dritte Umzug binnen weniger Jahre an, nachdem sich die Gruppen zuvor dreieinhalb Jahrzehnte lang mit schöner Regelmäßigkeit in Ochsenberg getroffen hatten.

Neues Quartier gesucht

Bis 2015. Dann musste ein neues Quartier her, weil das Gebäude in Ochsenberg fortan als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt werden sollte. Fündig wurden die Organisatoren in Schnaitheim, wo zweimal das katholische Gemeindezentrum St. Bonifatius und das evangelische Oetinger-Gemeindehaus zur Verfügung standen.

Nach dem Umzug ist aber vor dem Umzug, und ein solcher war alsbald unumgänglich, weil das Oetinger-Gemeindehaus als Ausweichquartier für den vor einer grundlegenden Sanierung stehenden Wehrenfeld-Kindergarten dienen sollte. Eine Alternative fand die Gesamtkirchengemeinde in der ehemaligen Itzelberger Grundschule am Stürzelweg.

Keine Dauerlösung

Auch sie stellt aber keine Dauerlösung dar, gibt es doch andere Pläne für die weitere Nutzung. Also begann die Suche von Neuem. Dabei zeigte sich rasch, dass die ins Auge gefassten Gemeindehäuser zu wenig Platz boten. Entsprechend groß war deshalb die Erleichterung, als bereits im Januar der Wechsel in die Hirscheckschule nach Schnaitheim unter Dach und Fach war: „Das gibt uns die nötige Planungssicherheit“, sagt Marc Stampfer, der bereits zum sechsten Mal dem Leitungsteam angehört und damit unter den ehrenamtlichen Mitarbeitern am längsten Teil dieses Gremiums ist. Wichtig ist ihm auch zu betonen, „dass wir zwar erneut den Ort gewechselt, unsere Tradition und unsere Inhalte aber bewahrt haben“.

Der 23-Jährige hebt neben dem Raumangebot die Lage der Schule hervor. Die Natur sei ebenso schnell erreichbar wie der Bahnhof, von dem aus in einen Ausflug gestartet werden könne. Auch eine Richtung Heidenheim führende Schnitzeljagd sei vorstellbar. Von großer Bedeutung ist nach Stampfers Einschätzung auch die aus vergangenen Jahren bekannte Turnhalle. In Ochsenberg hatte die dortige Halle aus Platzgründen auch als Essensraum herhalten müssen.

Wieder mehr Teilnehmer

Hatten zu Spitzenzeiten rund 140 Kinder teilgenommen, ging diese Zahl nach dem Abschied aus Ochsenberg zurück. Vergangenes Jahr waren es wieder mehr als 100, und so hoffen die Organisatoren, die Trendwende geschafft zu haben. Zeigen werden es die jetzt schon möglichen Anmeldungen für die Freizeit in Schnaitheim, die vom 29. Juli bis 10. August für Sechs- bis Vierzehnjährige stattfindet. Jeweils drei Mitarbeiter werden sich um die bis zu 15 Kinder und Jugendlichen je Gruppe kümmern. Hinzu kommt eine Ausbildungsgruppe für Teilnehmer, die im nächsten Jahr selbst eine Funktion wahrnehmen wollen.

Weitere Infos zum Ferienwaldheim und zur Anmeldung unter www.waldheim-hdh.de.

Premiere in Stuttgart

Im Sommer 1921 gab es in Stuttgart das erste Ferienwaldheim. Die Idee dazu hatte der damalige Landesjugendpfarrer Gottlob Wüterich. In wirtschaftlich schweren Zeiten sollten Kinder frische Luft tanken und satt werden können.

Diese Form der Stadtranderholung wurde 1956 erstmals auch in Heidenheim angeboten. Sie stellte ein Angebot für Kinder dar, die nicht in den Urlaub fahren konnten. Im Laufe der Zeit kamen viele Jungen und Mädchen mit ausländischen Wurzeln hinzu, vor allem solche aus der Türkei, zuletzt auch Flüchtlingskinder.

Die Teilnehmer kommen heute nicht nur aus der Kirche nahestehenden Familien. „Wir sind ein Brückenkopf in die bunte Mischung unserer Gesellschaft hinein“, sagte vor Beginn der letztjährigen Freizeit Jürgen Brandt vom Organisationsteam.

Neben kirchlichen Inhalten ist deshalb ebenfalls von Bedeutung, den Tagen eine klare Struktur zu geben, gemeinsame Unternehmungen zu erleben, zusammen zu essen und praktische Lebenshilfe zu erfahren.