Heidenheim / Karin Fuchs Zwei Monate vor dem Betreiber- und Fahrplanwechsel stellte die Südwestdeutsche Landesverkehrs AG (SWEG) das erste von zehn neuen Fahrzeugen vor. Ab 9. Juni werden sie im Einsatz sein. Von Karin Fuchs

Hildesheim, Heidesheim oder war es doch Heidenheim? Tobias Harms, technischer Vorstand des künftigen Brenzbahn-Betreibers, hatte den richtigen Städtenamen im dritten Anlauf zur Erheiterung der Gäste endlich richtig parat.

Zum Glück auf Anhieb richtig geschrieben war der Name „Heidenheim“ an der Front des Zuges. Auf diesen Namen wurde das erste der zehn neuen Brenzbahn-Fahrzeuge getauft. Die Namenspanne war auch die einzige bei der Präsentation des neuen Zuges. Im Gegenteil, die Anwesenden waren zuversichtlich, dass mit den neuen Fahrzeugen vieles besser wird auf der Brenzbahn.

Zur Präsentation waren am Montag Nachmittag rund 50 geladene Gäste auf den Heidenheimer Bahnhof gekommen, darunter allen voran Verkehrsminister Winfried Hermann, der zeitweise überschwänglich war: „Mir ist das Herz aufgegangen, als ich den Zug habe einfahren sehen.“

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Von Sonntag, 9. Juni an, fährt die SWEG im Auftrag des Verkehrsministeriums die Fahrgäste auf der Brenzbahn zwischen Ulm und Aalen. Rund 4,5 Millionen Euro kostet eines der Fahrzeuge, das die SWEG für die Brenzbahn beim Hersteller Alstom bestellt hat. SWEG-Vorstandsvorsitzender Johannes Müller sprach bei der Inbetriebnahme von „Freude und Verpflichtung zugleich“ und ist von einem erfolgreichen Start überzeugt.

Alle zehn Fahrzeuge fertig

„Wir hätten nach dem Auslieferungsplan die Uhren stellen können“, sagte Tobias Harms, technischer Vorstand, und lobte damit den Hersteller Alstom als zuverlässigen Partner. Die Kunden erhielten mit dem Lint 54 eine Ausstattung, die nichts mit dem zu tun habe, was jetzt auf der Brenzbahn unterwegs sei. Nicht nur Verkehrsminister Hermann lobte am Montag die umweltfreundlichen Dieselmotoren. „Hätten alle Fahrzeuge, die in Stuttgart unterwegs sind, diese Qualität, müssten wir nicht über Fahrverbote diskutieren.“

Wer von Hermann einen Fahrplan erwartete, wie es mit dem weiteren Ausbau der Brenzbahn weitergeht, wurde enttäuscht. Hermann sagte zwar, dass es das Ziel sei, dass weitere Fahrgäste auf die Bahn umsteigen. Der Ein-Stunden-Takt sei deshalb nicht das Ende der Geschichte, sondern perspektivisch solle auch auf der Brenzbahn der Halbstundentakt gelten.

Vize-Landrat Peter Polta war es, der forderte, die Elektrifizierung der Brenzbahn nicht aus dem Auge zu verlieren. „Wir sind gespannt auf das angekündigte Programm des Bundes.“ Zumindest für den neuen Betreiber hatte Polta Vorschusslorbeeren: „Wir sind überzeugt, dass die Qualitätsprobleme auf der Brenzbahn ein Ende haben werden.“

Von technischer Seite hat die SWEG laut Harms vorgesorgt: Bewusst habe sich die SWEG entschieden, die Wartung der Fahrzeuge in eigener Hand zu behalten, in der Werkstatt in Gammertingen.

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Das steckt im Lint 54 von Alstom

Die Lint-54 Dieseltriebwagen kommen erstmals im Land zum Einsatz. Sie haben eine Höchstgeschwindigkeit von 140, die allerdings nur auf wenigen Abschnitten der Brenzbahn gefahren werden kann.

Die zweiteiligen Züge haben eine Sitzplatzkapazität für 150 Fahrgäste. Ausgestattet sind sie mit WLAN und einem Fahrgastinformationssystem, das Auskunft über Anschlüsse gibt. Es gibt Videoüberwachung, Klimaanlage, Steckdosen und große Mehrzweckbereiche zum Abstellen von Fahrrädern, Kinderwagen und Rollstühlen.

Ab 9. Juni verbessert sich der Fahrplan, indem es ab Ulm stündlich Züge bis 22.14 Uhr nach Aalen gibt und ab Aalen stündlich Züge bis 22.34 Uhr nach Ulm. Die Züge enden in Aalen, wer bis Ellwangen oder Crailsheim will, muss in Aalen umsteigen. kf