Nach Monaten mit sinkenden Inzidenzen hat die Weltgesundheitsorganisation WHO vor einer neuen Corona-Infektionswelle im Herbst gewarnt. WHO-Europadirektor Hans Kluge sagte am Donnerstag in Kopenhagen, dass durch Lockerungen und Reisen die Infektionsgefahr steige. Nach zehn Wochen Rückgang sei die Zahl der Infizierten in Europa vergangene Woche wieder um zehn Prozent gestiegen.

Corona-Impfungen sollen Leben retten

Wegen der Verbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante sei die Gefahr einer neuen Welle gegeben. „Verzögerungen bei der Impfung kosten Leben“, so Kluge. „Je langsamer wir impfen, desto mehr Varianten werden auftauchen.“

Heidenheim

Er appellierte an alle Menschen, die nun Fußballspiele besuchen oder verreisen wollen, die Risiken genau abzuwägen und sich zu schützen. Auch in Deutschland wird die Delta-Variante schnell dominant. Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts geht mindestens jede zweite Corona-Ansteckung bereits auf Delta zurück.

Nach Astrazeneca Zweitimpfung mit MRNA-Impfstoff

Wer eine erste Dosis Astrazeneca erhalten hat, soll künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen MRNA-Impfstoff bekommen, teilte die Ständige Impfkommission mit. Die Immunantwort nach zwei verschiedenen Präparaten sei der Antwort nach zwei Dosen Astrazeneca „deutlich überlegen“. Der Abstand zwischen erster und zweiter Dosis solle mindestens vier Wochen betragen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will insgesamt 204 Millionen Impfstoffdosen der Hersteller Biontech, Moderna, Sanofi, Novavax und Johnsen & Johnson für 2022 beschaffen. Der Tübinger Hersteller Curevac gehört nicht dazu: In einer abschließenden Studie erzielte das Präparat nur eine Wirksamkeit von 48 Prozent.

Der Betrieb der Impfzentren in Baden-Württemberg soll indes auf jeden Fall bis zum 15. August weiterlaufen. Das teilte das Sozialministerium mit. Die Länder wollen die Zentren im Herbst zurückfahren.