Heidenheim / hz Nach der Datenpanne bekennt sich der Klinik-Aufsichtsrat zur kommunalen Trägerschaft ohne Privatisierungen.

Nach seiner Sitzung am Mittwoch nimmt der Aufsichtsrat des Klinikums in einer Pressemitteilung Stellung: Die Klinik soll trotz aller Reformen und Veränderungen vollständig in öffentlicher Trägerschaft bleiben. Der Aufsichtsrat unter Vorsitz von Landrat Peter Polta hat auch der Idee von Teilprivatisierungen eine klare Absage erteilt.

In seiner Sitzung hat der Aufsichtsrat zudem die „Datenschutzpanne“ aus dem Vorjahr behandelt. Am 21. Oktober vorigen Jahres war eine Liste mit Namen von Mitarbeitern an den privaten Pflegeanbieter Salvea (Krefeld) gegangen.

„Wir standen mit der Firma im Austausch, weil wir die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zur Entwicklung eines ambulanten Gesundheitszentrums erkunden wollten“, so Klinik-Geschäftsführer Udo Lavendel. „Unter die Vielzahl von Dokumenten, die wir tauschten, geriet versehentlich auch eine Liste mit Klarnamen“, so Lavendel.

Mit dieser Liste und anderen Dokumenten hätte die Firma Salvea zum Beispiel Einkommensgruppen bestimmter Mitarbeiter kombinieren können. „Das durfte nicht sein, und es tut mir für alle Betroffenen sehr leid“. Lavendel kündigte an, dass man in Zukunft besser aufpassen werde.

Im Mittelpunkt stand im Aufsichtsrat vor allem die erhebliche Unruhe, die die Veröffentlichung der Datenpanne nicht nur in der Belegschaft des Klinikums ausgelöst hatte. „Angesichts der Gerüchte über Privatisierungen löste dieser Vorfall erhebliche Besorgnis aus“, so Landrat Peter Polta. „Der Aufsichtsrat hat jedoch erneut klar gemacht, dass eine Privatisierung des Klinikums nicht infrage kommt. Auch nicht in Teilen.“

„Wir hatten noch nie von Salvea gehört, bis wir von der Datenpanne erfuhren“, so Klinik-Aufsichtsrat Rainer Domberg. „Es mag die Aufgabe eines Geschäftsführers sein, den Markt und die Möglichkeiten zu erkunden. Was aber letztendlich umgesetzt wird, liegt allein in der Entscheidung des Aufsichtsrats.“

Hintergrund der Markterkundung ist die Vision gegebenenfalls mit weiteren Partnern auf dem Schlossberg einen Gesundheits-Campus zu entwickeln. „Auch dabei kann es nicht um eine Privatisierung bestehender Teile des Klinikums gehen, sondern um ein neues, zusätzliches Angebot, bei dem eventuell private Träger mit ins Spiel kommen“, so Klinik-Aufsichtsrat Dr. Jörg Sandfort. „Weil sich in Folge der Datenpanne Mitarbeitende und Teile der Bevölkerung Sorgen machen, bekennen sich der Aufsichtsrat und ich als Landrat eindeutig zur kommunalen Trägerschaft des Klinikums – mit allen Teilen und Abteilungen“, so Polta.

Das unterstreicht auch Udo Lavendel: „Ich habe dem Aufsichtsrat von jeder Möglichkeit einer Teilprivatisierung abgeraten, weil ich damit selbst schlechte Erfahrungen gemacht habe“, so Lavendel. „Mit der Erklärung des Aufsichtsrates sollte nun klar sein, dass sich kein Beschäftigter des Klinikums Sorgen um Privatisierungen machen muss“, so Klinik-Betriebsratschef Valentin Hofmann.

Im Zusammenhang mit den Verhandlungen über eine ambulante Reha-Einrichtung ging eine Liste mit Daten von Beschäftigten an einen Gesundheitskonzern: Welche Konsequenzen das nun nach sich zieht.